Wirtschaft : Das Institut fühlt sich in seiner Nische wohl, ist aber dennoch offen für Partner

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Die ABC Privatkunden-Bank GmbH, die gestern vor 70 Jahren in Berlin gegründet wurde, ist mit ihrer "Kleinheit und Unabhängigkeit durchaus zufrieden", so der Sprecher der Geschäftsführung, Bernhard Steinrücke, am Montag vor der Presse. Er könne sich aber durchaus einen strategischen Partner vorstellen, der ein Geschäft mitbringe und mit bis zu 26 Prozent beteiligt sein könnte, ergänzte sein Vater Walter Steinrücke, Vorsitzender des Aufsichtsrates. Damit habe es jedoch keine Eile, zumal das Ergebnis in zwei Jahren sicherlich ganz anders - sprich besser - aussehen werde. Die Familie Steinrücke hält seit 1994 knapp 76 Prozent der Anteile, den Rest halten derzeit rund 140 Gesellschafter.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Institut einen Jahresüberschuß von 1,18 (Vorjahr 1,17) Mill. DM. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erreichte das Ergebnis vor Ertragssteuern mit 1,6 Mill. DM rund 80 Prozent des Gesamtergebnisses vor Ertragssteuern des Jahres 1998. Die Risikovorsorge gab Bernhard Steinrücke mit 8,5 (Vorjahr 6,7) Mill. DM an. In den ersten sechs Monaten 1999 habe sich die Vorsorge nochmals erhöht. Der Zinsüberschuß aus dem Privatkundengeschäft stieg im vergangenen Jahr um rund vier Prozent auf 42 Mill. DM. Allerdings sank die Marge um rund 0,7 Prozentpunkte, was das Institut knapp über drei Mill. DM kostete. Auf der anderen Seite konnten aber auch die Verwaltungsaufwendungen um sechs Prozent auf 37 Mill. DM verringert werden. So wurden die Filialen in Nürnberg und Essen sowie vier Filialen in Berlin geschlossen. In diesem Jahr soll allerdings eine neue in Köln hinzukommen.

Das gesamte Kreditvolumen für Privatkunden wuchs 1998 um insgesamt 24 Prozent auf 543 Mill. DM. Das direkte Kreditgeschäft über die zehn Filialen in Berlin und weiteren zehn in Deutschland konnte um elf Prozent auf 277 Mill. DM gesteigert werden und im ersten Halbjahr 1999 um drei Prozent auf 284 Mill. DM. Zudem habe sich im Händlergeschäft die Finanzierung für Autos, Motorräder, Caravans und Boote sehr gut entwickelt. In diesem Bereich habe sich das gesamte Kreditvolumen 1998 um 32 Prozent auf 176 Mill. DM erhöht. Das Händlergeschäft berge, so Steinrücke, nur etwa ein Zehntel des Risikos des Direktgeschäfts und soll deshalb ausgebaut werden. Kräftige Zuwachsraten gab es im Baufinanzierungsgeschäft. Hier hat sich das Kreditvolumen auf rund 62 Mill. DM mehr als verdoppelt.

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