Wirtschaft : Das Kloster als Unternehmen: Likör als Medizin für das Wohlbefinden

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Schon seit dem Mittelalter wird im Kloster Ettal der "Original Ettaler" Likör hergestellt. Damals galt er als Medizin für allgemeines Wohlbefinden. Da das bayerische Kloster auf 900 Meter Höhe liegt und es dort im Winter ganz bitter kalt wurde, sollte der Likör von innen wärmen und die Körperabwehr stärken. Ursprünglich war der Likör für die Benediktinermönche gedacht, die in dem kalten, zugigen Kloster lebten. Aber auch die Angestellten des Klosters und die Pilger, die auf ihrem Weg in Ettal unterkamen, wurden damit verköstigt. Als Werbespruch dichteten die Mönche: "Post bonam cenam, non habebis poenam, si bibis hunc Liquorem, auri superantem splendorem." Übersetzt heißt das: "Nach üppiger Speis spürst Du die Strafe nicht, trinkst Du von dem Likör, der heller als des Goldes Licht." Die gelbgoldene Färbung bekommt der Likör vom Safran - im Mittelalter war es eines der teuersten Gewürze und wurde von den Händlern mit Gold aufgewogen. Das gelbe Pulver wurde im Mittelalter als Mittel zur Abtreibung missbraucht, wobei nicht wenige Frauen durch eine zu hohe Dosis starben. Wohl dosiert im Likör bewirkt es jedoch nur Gutes. Heute kaufen vor allem Touristen in Ettal den in Eichenholzfässern gereiften Likör als Andenken. Das mittelalterliche Heilwässerchen mit 42 Prozent kann aber auch deutschlandweit bestellt werden.

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