Wirtschaft : Das Kloster als Unternehmen: Starkes Andechs-Bier für die Fastenzeit

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Die Erfinder des Doppelbocks waren Paulaner Mönche. Ihr Orden, den Franz von Paula im 15. Jahrhundert gründete, folgte strengen Regeln. Es waren nur einige wenige Speisen erlaubt und die jährliche Fastenzeit war lang und streng: Sie begann jeweils am Todestag des heiligen Franz, am 2. April. Wenn die Mönche fasten mussten, tranken sie viel Fastenbier, denn flüssige Nahrung bricht das Fasten nicht.

Im Jahr 1629 erwirkten die Paulaner, die vor den Toren Münchens ihr Kloster "Neudeck ob der Au" gegründet hatten - ein herzogliches Privileg -, um ein eigenes Starkbier brauen zu dürfen. Sie brauten es aber gleich so stark, dass aus dem Bockbier ein Doppelbock-Bier wurde. Es wurde auch "flüssiges Brot" genannt, da es besonders kräftig und nahrhaft ist. Mit frommem Blick auf den heiligen Franz nannten die Paulaner es "des heiligen Franz Öl" oder "Sankt-Vaters-Bier", später dann "Salvator". Auch in Benediktinerklöstern durfte solches Fastenbier gebraut werden. Im Kloster Andechs war und ist es das "Andechser Doppelbock Dunkel". Das kräftige und süffige Bier lockt jedes Jahr unzählige Besucher auf den Heiligen Berg der Bayern. Es wird noch heute im traditionellen Dreimaischverfahren eingebraut. Die dunkle Farbe bekommt der Doppelbock vom Malz.

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