Wirtschaft : Das langsame Sterben der Maxhütte ist zu EndeOberpfälzer Stahlwerk schließt

am Dienstag – diesmal für immer

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Sulzbach-Rosenberg. Nach jahrelangen vergeblichen Rettungsversuchen stellt das Oberpfälzer Traditions-Stahlwerk Maxhütte am Dienstag endgültig seinen Betrieb ein.

An diesem Tag werden die rund 800 Beschäftigten die letzte Fuhre mit glühend-flüssigem Stahl in den riesigen Kübel am Hochofen schütten und nach dem Abkühlen auf die Walzstraße schicken. Das 60 Hektar große Werksgelände wird voraussichtlich einem Gewerbegebiet Platz machen. Dafür schießt der Freistaat Bayern 45,5 Millionen Euro zu. Einige der 550 Stahlwerker, die in eine Beschäftigungsgesellschaft überführt werden, werden noch genug Arbeit mit dem Abriss des maroden Werks und der Sanierung des Grundstücks haben. 100 Mitarbeiter, die über 55 Jahre alt sind, gehen in den Vorruhestand. Die restlichen Mitarbeiter hoffen auf die Hilfe des Arbeitsamtes.

Der Niedergang der 1863 gegründeten Maxhütte bedeutet das Ende eines Stücks deutscher Industriegeschichte. Wie die großen Werke im Ruhrgebiet und an der Saar hat auch das größte süddeutsche Stahlwerk vergeblich gegen das Sterben eines überkommenen Industriezweiges angekämpft. Schon seit der Stahlkrise im Jahr 1975 war die Maxhütte in Schwierigkeiten. In der Branchenflaute von 1987 geriet das Werk ins Schlingern und musste Konkursantrag stellen. Der Freistaat verhinderte die Schließung, indem er sich mit 45 Prozent an der Auffanggesellschaft Neue Maxhütte (NMH) beteiligte.

Weitere 44 Prozent hielt der Freilassinger Unternehmer Max Aicher, elf Prozent der Mannesmann-Konzern. Doch die bayerische Staatsregierung scheiterte mit ihrem Versuch, den Standort zu sichern. Dass der Freistaat insgesamt knapp 250 Millionen Euro an Steuergeldern in das marode Werk steckte, fruchtete nicht viel. Zudem verlangten die Wettbewerbshüter der EU 75 Millionen Euro an staatlichen Subventionen zurück. Kritiker bezeichneten die Maxhütte als „Paradebeispiel für verfehlte Wirtschaftspolitik der bayerischen Regierung".

Genutzt hat die Geldspritze wenig: Im November 1998 musste die Maxhütte zum zweiten Mal Konkurs anmelden. Alle Rettungsversuche scheiterten. Auch das seit Mitte 2000 laufende Bieterverfahren lief ins Leere. „Bis dato liegt von keiner Seite ein seriöses Übernahme- und Investitionsangebot vor“, stellte der Insolvenzverwalter und Sanierungsexperte Jobst Wellensiek in der vergangenen Woche fest. Nicole Adolph

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