Wirtschaft : Das letzte Kapital der Sket-Privatisierung ist abgeschlossen

BvS verkauft Walzwerkstechnik an Hamburger Unternehmensgruppe / 680 Arbeitsplätze erhalten / Firmengruppe 1998 mit Gewinn BERLIN (jojo).Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) hat die letzte der fünf Sket-Auffanggesellschaften privatisiert.Wie BvS-Vorstand Rudolf Bohn am Freitag in Berlin mitteilte, übernahm die Hamburger Unternehmensgruppe Münchmeyer Petersen GmbH die Sket Walzwerkstechnik GmbH mit gegenwärtig 145 Arbeitsplätzen.Aus dem einstigen Schwermaschinenbau-Kombinat Enst Thälmann mit seinen zu DDR-Zeiten 13 000 Beschäftigten sind damit sieben eigenständige Unternehmen mit zusammen 683 Mitarbeitern übriggeblieben.Den Steuerzahler hat die Privatisierung 1,4 Mrd.DM gekostet. Mit der Privatisierung sei "ein Kapitel zu Ende gegangen", sagte Bohn vor der Presse.Gerade für den Verkauf der Walzwerktechnik sei noch einmal "sehr viel Aufwand" notwendig gewesen.Insgesamt habe die BvS 1997 rund 1000 Investoren für die Überreste von Sket weltweit angesprochen.Der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder, Rudi Geil, begrüßte die Privatisierung als "beachtliche Stärkung des Industriestandortes Magdeburg für die Zukunft". Sämtliche jetzt privatisierten Unternehmen hätten günstige Geschäftsaussichten, so BvS-Vorstand Bohn.1997 hätten sie als Gruppe eine schwarze Null erreicht, im laufenden Jahr soll erstmals Gewinn erzielt werden.Geschäftszahlen für die einzelnen Firmen wollte Bohn nicht nennen.Zum Verbund zählen neben der Walzwerkstechnik die Sket EDV GmbH (19 Arbeitsplätze), die Sket Ölsaatentechnik GmbH (24), die Sket Verseilmaschinenbau GmbH (40), die Sket Maschinen- und Anlagenbau GmbH (209), die beiden früheren Tochterunternehmen in Herborn und Breitenbach (166) sowie die Entstaubungstechnik Magdeburg GmbH (80).Außer dem Namen Sket haben die einzelnen Unternehmen allerdings fast nichts mehr gemeinsam.Eine enge Kooperation allein schon aufgrund der Nähe zueinander sei allerdings möglich, so Werner Kirchgässer, Leiter des Privatisierungsteams der BvS. Die jetzt abgeschlossene Privatisierung ist bereits der zweite Anlauf, das ehemalige Vorzeige-Kombinat zu verkaufen.Das traditionsreiche Unternehmen war Anfang vergangenen Jahres in die Gesamtvollstreckung gegangen.Zuvor war die Erstprivatisierung an das niedersächsische Investorenduo Carsten Oestmann und Helmut Bochert gescheitert.Zu der Zeit standen noch 2000 Mitarbeiter auf der Lohnliste von Sket.Die von der BvS eingesetzte Geschäftsführung unter Kirchgässer hatte in der Folge die Gesamtvollstreckung beantragt, weil die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat einem neuen Sanierungskonzept mit einem starken Arbeitsplatzabbau nicht zugestimmt hatte.Daraufhin gründete die BvS die fünf Auffanggesellschaften. Bis zu der Gesamtvollstreckung sind nach BvS-Angaben rund 1,1 Mrd.DM in das Maschinenbauunternehmen geflossen.Bis heute hat die Bundesanstalt noch einmal 342 Mill.DM zur Verfügung gestellt, darunter 53 Mill.DM für Sozialplanmaßnahmen.Die Einnahmen aus den Unternehmensverkäufen seien demgegenüber "unerheblich", ein "Rückfluß an Waigel scheidet aus", sagte Bohn. Zumindest was die Zahl der Arbeitsplätze anbetrifft, scheint die Privatisierung des Maschinen- und Anlagenbaus der größte Erfolg zu sein.Ende Januar hatten zwei mittelständische Unternehmer aus dem Ostfrisischen den Zuschlag bekommen.Die wollen nicht nur die vorhandenen Arbeitsplätze erhalten, sondern kurzfristig sogar 200 neue Stellen schaffen.Dafür sollen auf dem Sket-Gelände Windkraftanlagen der Firma Enercon gebaut und montiert werden.

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