Wirtschaft : "Das muss sich ändern" - Interview mit Klaus F. Zimmermann

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Klaus F. Zimmermann (47) ist ab Januar neuer Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit ihm sprach Jobst Hinrich Wiskow.

Herr Zimmermann, am 1. Januar beginnen Sie als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Was haben Sie vor?

Das DIW wird sein Profil schärfen und seine Tätigkeit stärker an der Grundlagenforschung der Universitäten in Berlin und international orientieren. Zentrale Themen sind Konjunktur und Wachstum, Sozialpolitik, Dienstleistungen und Arbeitsmarktpolitik.

Der Wettbewerb wird zwischen den Instituten immer härter. Was wollen Sie noch tun?

Wir brauchen ein stärkeres theoretisches Fundament. Zuletzt spielte die Grundlagenforschung, die für eine gesicherte Politik-Beratung notwendig ist, eine immer kleinere Rolle. Das muss sich ändern.

Jetzt haben Sie Ihre erste Personalentscheidung getroffen und Gustav Adolf Horn zum Leiter der Konjunkturabteilung bestimmt.

Horn hat die Konjunkturabteilung bereits sehr gut amtierend geleitet. Dass er aus dem Hause stammt, ist in meinen Augen überhaupt kein Nachteil. Diese Personalentscheidung wird sich sehr schnell als Vorteil für den gesamten Reformprozess am DIW herausstellen. Horn hat schon damit begonnen, die Abteilung mehr in Richtung Wissenschaft zu entwickeln.

Horn gilt als enger Mitarbeiter seines Vorgängers Heiner Flassbeck. Wird er die Außenseiterrolle des DIW in der deutschen Konjunkturforschung pflegen?

Sein keynesianisches Profil soll das DIW nach der Auffassung des Wissenschaftsrats, der die Arbeit der Institute regelmäßig prüft, erhalten. An dieser Tradition des Hauses wollen wir festhalten.

Kritiker fürchten jetzt, es ändere sich zu wenig am DIW.

Keine Angst, es wird Reformen geben. Aber für die brauche ich die Unterstützung der Mitarbeiter und aller Gremien. Es wäre weltfremd zu erwarten, ich könnte sofort alles anders machen.

Welche Personalentscheidungen müssen Sie noch fällen?

Ich suche zurzeit einen Vizepräsidenten aus einer Universität und einen Geschäftsführer, den ich von der Industrie ans DIW holen möchte. Beide sollen den Präsidenten entlasten. Diese Posten wird es erstmals im DIW geben.

Haben Sie dann nicht zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer?

Keineswegs. Wir bauen kein Personal ab und stellen zugleich jüngere Mitarbeiter ein.

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