Wirtschaft : Das neue Traumpaar Allianz-Pimco muß schon bald mit zweistelligem Wachstum glänzen

Henrik Mortsiefer

Die Allianz hat ihren Wunschpartner gefunden. Die US-Gesellschaft Pimco wurde seit Monaten als attraktivster aller möglichen Übernahmekandidaten gehandelt. Ohne ein nennenswertes Engagement in Nordamerika wäre der angekündigte Ausbau des neuen Kerngeschäftsfeldes Vermögensverwaltung wohl gescheitert. Nun hat Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle zu vergleichsweise günstigen Konditionen den Sprung in die erste Liga der Vermögensverwalter geschafft - und gleich neue Erwartungen geweckt. Das Duo Allianz-Pimco muss schon bald aus dem erwarteten zweistelligen Wachstum der Branche und den üppigen Margen Kapital schlagen. Gerade in Europa dürfte das nicht schwerfallen. Hier werden goldene Zeiten im privaten Asset Management vorausgesagt. Nicht zuletzt in Deutschland muss die Allianz aber auf den Ruinen der gesetzlichen Sozialversicherung ein neues Profil bei privaten Anlegern gewinnen. Die klassische Lebensversicherung ist out, verkauft werden vor allem neue, maßgeschneiderte Produkte für die Altersvorsorge. Darauf muss der Versicherungsriese Allianz reagieren. Und die meist jüngeren Kunden erwarten besonders günstige Konditionen. Wer im Asset Management den Ton angibt, kann Verbundeffekte nutzen und entsprechend attraktive Angebote auf den Markt bringen. Die seriöse, möglichst lückenlose Information und Beratung der Kunden kann aber nur gewährleistet werden, wenn entsprechende Kapazitäten im Research vorhanden sind. Das Bündnis mit der - vor allem im internationalen Anleihegeschäft - renommierten Pimco verschafft der Allianz jetzt das nötige Know how. Der Verdacht, auch die Finanzdienstleister fielen nun ins Fusionsfieber, greift deshalb zu kurz.

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