Wirtschaft : DAS PAAR

Axel Casper (47), Polizist, und Marianne Casper (49), Rechtspflegerin, aus Berlin



Sie gehen gern auf Bälle, sie lieben es zu verreisen und sie stehen auf schnelle Maschinen. Gleich drei Motorräder nennen Axel und Marianne Casper ihr Eigen. Das Paar aus Reinickendorf versteht zu leben. Die Lust am Leben, sie mag auch ein Ausgleich sein für die Anforderungen, die ihre Arbeit an sie stellt. Axel Casper ist Polizist, Hauptkommissar. Auch Marianne Casper hat keinen Nullachtfünfzehn-Job. Die gelernte Rechtspflegerin ist jetzt Gesamtfrauenvertreterin der Berliner Justiz. „Die erste“, wie sie stolz sagt. Sie vertritt die Belange aller weiblichen Justizbeschäftigten gegenüber dem Dienstherrn.

Rund 5000 Euro netto haben die Caspers im Monat. „Uns geht’s gut“, sagen sie selbst. Dennoch gibt es Monate, an deren Ende von dem Geld nicht mehr viel übrig bleibt. Denn noch zahlen die beiden ihre Doppelhaushälfte im Norden Berlins ab, seit 22 Jahren geht das so. Und auch die erwachsenen Zwillinge werden noch finanziell unterstützt.

„Wir sind vielseitig interessiert“, schrieben Axel und Marianne Casper in der Mail, mit der sie sich für unsere Serie bewarben. Und das stimmt. Sie haben keine Angst vor neuen Dingen. Sonnenkollektoren haben sie auf ihrem Dach installiert – fürs warme Wasser. Eine zweite Photovoltaik-Anlage unterstützt die Heizung. 70 Prozent hat der Staat damals zur Finanzierung beigetragen – die Caspers verstehen zu rechnen. Bei Strom und Gas haben sie zwar den angestammten Berliner Versorgern Vattenfall und Gasag die Treue gehalten – „wir wollen die Unternehmen unterstützen, die in Berlin Arbeitsplätze schaffen“ –, aber sie haben sich dort für die günstigeren Onlinetarife entschieden. Auch bei Versicherungen wollen sie nur das Nötigste. Vor einiger Zeit haben sie ihre Policen bereits einmal von einem Finanzberater überprüfen lassen. „Der hat keine Einsparmöglichkeiten gefunden“, erzählen die Caspers zufrieden.

Dennoch hoffen die beiden, dass jetzt die Tagesspiegel-Experten Möglichkeiten finden, wie sie Geld sparen können. Denn in den vergangenen Jahren sind die Gehälter wie bei allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst Berlins real gesunken Die Berlin-Zulage für den Westen der Stadt ist weggefallen, das Urlaubsgeld auch, das Weihnachtsgeld wurde gekürzt. Zugleich wird das Einkaufen immer teurer, ärgert sich Marianne Casper. „Das geht seit der Euro-Umstellung so“, findet sie. Gezielt achtet sie daher auf Sonderangebote und kauft gern bei Discountern ein. Vormachen lässt sie sich nichts. „Ich bemerke jede Preisänderung sofort“, sagt Marianne Casper. hej

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