Wirtschaft : „Das Potenzial ist riesig“

Der Außenhandel könnte um die Hälfte zulegen

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Herr Sorgeç, wie wichtig ist Deutschland für die Türkei?

Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von 21 bis 22 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner und wird es auch bleiben. Das Potenzial ist riesig: Es gibt Prognosen, wonach das Volumen in den nächsten Jahren auf 30 Milliarden wachsen kann oder sogar noch weiter.

Vom 26. bis zum 28. Mai findet der Türkisch-Deutsche Wirtschaftskongress in Berlin statt. Warum gerade hier?

Der Kongress hatte im vergangenen Jahr in Istanbul seine Premiere. Er soll nun jährlich im Wechsel zwischen Deutschland und der Türkei stattfinden. Dass die Entscheidung auf Berlin fiel, zeigt, dass wir der Hauptstadt zu einer Stellung als wirtschaftliche Metropole verhelfen wollen.

Nutzt Berlin sein Potenzial mit 200 000 türkischstämmigen Einwohnern?

Das Potenzial wird nach und nach erkannt. Wir stellen fest, dass sowohl die Behörden als auch Politiker und Verbände in den letzten Jahren auf türkischstämmige Unternehmen aufmerksam geworden sind. Dementsprechend wird eine engere Zusammenarbeit gesucht, und das ist schon viel versprechend.

Wo muss das deutsch-türkische Verhältnis noch besser werden?

Bei der Infrastruktur. Wir haben immer wieder Beschwerden von Unternehmern, die ihre Mitarbeiter auf deutsche Messen schicken wollen, aber bei der Einreise Schwierigkeiten mit dem Visum bekommen. Dieser Umstand ist für die Unternehmer nicht besonders einladend.

Was erhoffen Sie sich von dem Kongress?

Unser Ziel ist, dass nicht nur auf Politikerebene Gespräche geführt werden, sondern auch zwischen den Unternehmern. In Istanbul wurden viele Kontakte geknüpft, die immer noch anhalten.

Nihat Sorgeç ist

Vizepräsident der

Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer und des Türkisch-Deutschen Unternehmerverbands.

Das Gespräch führte Yasmin El-Sharif.

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