DAS QUARTALSERGEBNIS : Gute Zahlen, harte Zeiten

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Siemens hat am Mittwoch überraschend gute Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Die Aktie legte in der Spitze knapp 6,5 Prozent auf 77,95 Euro zu.

Noch sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Der Konzern müsse sich aber auf eine sich abschwächende Weltkonjunktur einstellen, sagte Siemens-Chef Peter Löscher: „Nach vorne gerichtet rechnen wir insgesamt mit einer abflachenden Wachstumsdynamik auch im Auftragseingang.“ Beim Lichthersteller Osram und in der Gebäudetechnik sei das bereits spürbar. Als anhaltend schwierig bewertete Löscher zudem die Situation der Medizintechnik in den USA. Im laufenden Jahr werde der Konzern insgesamt seine Ziele erreichen, sagte der Siemens- Chef. Zum ersten Mal gab er einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2008/09, das am 1. Oktober beginnt: Der operative Gewinn der Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit soll auf acht bis 8,5 Milliarden Euro steigen.

Im abgelaufenen dritten Quartal stieg der Auftragseingang um 21 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um zehn Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis der drei Sektoren legte um 33 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Der Gewinn nach Steuern betrug 1,4 Milliarden Euro – ein Minus von 31 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Damals hatte es einen Sondereffekt gegeben.

Im laufenden vierten Quartal wird Siemens wohl in die roten Zahlen rutschen, da der Konzern die Kosten des Abbaus von 17 000 Stellen und den Verlust aus der Trennung von der Telefonanlagensparte SEN in die Bücher nehmen will. Analysten schätzen, dass die Abgabe der Mehrheit an SEN das Ergebnis um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag belasten wird. Siemens hat die

Schulden der Tochter beglichen, die Kasse auf 500 Millionen Euro aufgestockt und will zum Abschluss weitere 175 Millionen Euro zuschießen. vis

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