DAS R-WORT : Ein Problem, viele Erklärungen

Wenn die Wirtschaftsleistung eines Landes deutlich und über einen längeren Zeitraum zurückgeht, sprechen Wirtschaftsexperten von einer Rezession. Denn in der Marktwirtschaft gilt es als normal, dass die Summe aller neu produzierten Waren und Dienstleistungen wächst und nicht schrumpft. Eine einheitliche Definition, wann die Rezession da ist, gibt es aber nicht. Nach der gängigsten Variante liegt sie bereits vor, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinander folgenden Vierteljahren schrumpft. Dies ist aber eine sehr ungenaue Bestimmung – und kann die Lage schlimmer darstellen, als sie tatsächlich ist. Andere Ökonomen benutzen daher das unpopuläre R-Wort erst dann, wenn eine Reihe von Indikatoren gleichzeitig schlechter wird – die Industrieproduktion, die Beschäftigung oder die Realeinkommen. Wiederum anders – und weitaus komplizierter – machen es die fünf Wirtschaftsweisen, die der Regierung am Mittwoch ihr neues Gutachten vorgelegt haben. Sie vergleichen die momentane Auslastung der Fabriken mit der Situation, in der eine unter vollem Dampf stehende Wirtschaft im Idealfall wäre. Produzieren die Unternehmen und ihre Beschäftigten also deutlich weniger, als sie eigentlich könnten, deutet das auf eine Krise hin. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, sind allerdings umfangreiche Berechnungen nötig. brö

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