Wirtschaft : Das spanische Luftfahrtunternehmen tritt dem Bündnis von Dasa und Aérospatiale bei

Der Einstieg der spanischen Casa bei Europas größtem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist unter Dach und Fach. Die Verträge wurden am Donnerstag in Madrid unterzeichnet, teilte die DaimlerChrysler AG am Donnerstag in Stuttgart und München mit. Die traditionsreiche Construcciones Aeronauticas S.A. (Casa) wird durch den Beitritt als gleichberechtigter Partner Gründungsmitglied der European Aeronautic, Defense and Space Company (EADS). Die EADS war Mitte Oktober von der DaimlerChrysler-Tochter Dasa und der französischen Aérospatiale Matra vereinbart worden. Der Konzern wird beim europäischen Flugzeugbauer Airbus 80 Prozent der Anteile halten.

Im neuen Dreierbund wird die Casa für die militärischen Transportflugzeuge zuständig sein. Künftig will auch das Airbus-Konsortium Militärflugzeuge anbieten. Der Dreierbund Dasa, Aérospatiale Matra und Casa kommt mit 96 000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von rund 21 Milliarden Euro (41 Milliarden Mark). Mit der Integration des spanischen Luftfahrtunternehmens in die deutsch-französische Gruppe EADS wird der Grundstein für einen europäischen Luftfahrtkonzern gelegt, der weltweit Platz drei hinter den US-Unternehmen Boeing und Lockheed Martin einnimmt.

Die in BAe Systems umbenannte British Aerospace hält 37,5 Prozent, die italienische Alenia 19,5 Prozent und Dasa und Casa zusammen 43 Prozent am Eurofighter. Auch im Hubschrauber-, Raketen-, und Raumfahrtbereich ist die Verstärkung der Position der EADS unverkennbar. Die Hubschraubermarke Eurocopter gehört künftig zu hundert Prozent zur Gruppe, das Satellitenunternehmen Astrium zu 75,5 Prozent und das Raumfahrtunternehmen Arianespace zu 26,6 Prozent. Der DaimlerChrysler-Konzern und französische Aérospatiale-Matra halten gemäß den Fusionsvereinbarungen vom Oktober jeweils 30 Prozent an EADS. Die Casa-Anteile werden vermutlich sechs Prozent betragen. Die restlichen Anteile sollen im Frühjahr an die Börse gebracht werden. Die Briten geraten durch den Casa-Schritt weiter in die Isolierung. Denn mit einem Airbus-Anteil von 20 Prozent - den sie durch eine Neubewertung ihrer eingebrachten Leistungen hochrechnen wollen - wird BAe Systems nun Juniorpartner. Auch in ihrer wichtigsten Domäne, der Rüstung, geraten sie in eine Zwickmühle. Der Casa-Beitritt lässt ihren bisherigen Stellenwert als wichtigsten Partner im Eurofighter-Programm mit 37 Prozent schmelzen: der neue Super-Konzern EADS kommt nun auf 43 Prozent.

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