Wirtschaft : Das Spiel mit der Commerzbank

-

Von Dieter Fockenbrock

Die Commerzbank steht im Zentrum von Übernahmespekulationen. Schon wieder, möchte man sagen. Denn die drittgrößte deutsche Privatbank ist seit Jahren ein Spielball der Börsianer. Jedes noch so unsinnige Gerücht um die Bank treibt den Aktienkurs – mal nach oben, gelegentlich auch nach unten. So könnte man die neuerlichen KursEskapaden ad acta legen.

Doch diesmal heißt es aufgepasst. Noch keine zwölf Monate ist es her, da schreckten Schlagzeilen von der „Bankenkrise“ Politik und Wirtschaft auf. Seitdem präsentieren die Banken wieder Gewinne, die Gefahr schien gebannt. Die Geldmanager in Frankfurt am Main strahlen neues Selbstbewusstsein aus. Selbst spektakuläre Abschreibungen von 2,3 Milliarden Euro, die Commerzbank-Chef Müller gerade erst angekündigt hatte, können dem Börsenkurs wenig anhaben. Und die Spekulationen um einen neuen, vielleicht sogar unerwünschten Großaktionär aus Amerika bei der Commerzbank lösen ein Kursfeuerwerk aus. Vor einem Jahr wäre das noch Anlass für einen weiteren Krisengipfel beim Kanzler gewesen.

Von Krise kann keine Rede sein. Doch alle deutschen Banken sind zurzeit eine Großbaustelle. Bei der Dresdner bleibt nach der Übernahme durch den Versicherungskonzern Allianz kein Stein auf dem anderen. Die Deutsche Bank probt den Spagat zwischen internationaler Großbank und wieder entdecktem kleinen Privatkunden. Und die Commerzbank? Die könnte man schon für neun Milliarden Euro komplett kaufen. Aber niemand greift zu. Das sollte Spekulanten zu denken geben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben