Wirtschaft : Das Spiel ohne Grenzen

MARTINA OHM

VON MARTINA OHMNoch ist nichts in trockenen Tüchern.Doch allein die Vorstellung, daß sich in der Top-Ten der Größten aller Großen bald Entscheidendes bewegen und sich das deutsche Industrie-Flaggschiff Daimler mit der Nummer Drei der US-Autobauer zusammentun könnte, ist für die Spekulanten ein gefundenes Fressen.An der Börse wird die unglaubliche Hochzeit der Giganten jedenfalls bereits lauthals bejubelt.Wie immer man die angedachte Fusion am Ende auch bewerten mag, für die Aktionäre geht die Rechnung jetzt schon auf.Tatsächlich macht der Deal auch Sinn.Auf Anhieb könnte Daimler nämlich so seine durchaus noch ausbaufähige Position auf dem zur Zeit wachstumskräftigsten Automarkt der Welt festigen.Allein das macht die Sache - in einer Zeit explodierender Forschungs- und Entwicklungskosten, der Überkapazitäten und Marktsättigung - spruchreif.Natürlich lenken die Pläne der Konzerne den Blick aber auch in eine andere Richtung.Einmal mehr wird klar, wie eng es im globalen Dorf ist.Die Spielregeln der Globalisierung lassen ofensichtlich nur noch wenig Spielraum.Ob es einem gefällt oder nicht, unter dem Druck der Kapitalmärkte und Investmenthäuser formieren sich immer größere Unternehmensgebilde.Wohin man auch schaut: ob im Einzelhandel, in der Chemie- und Pharmabranche oder im Geschäft der Banken und Versicherer - im Kampf um Markt, Macht und Rendite bleiben die Kleinen immer öfter auf der Strecke.Dabei verliert sich im grenzenlosen Monopoly zusehends der klare Blick für die eigentlichen Ziele.Größe als Selbstzweck kann es nicht sein.Und mit freiem Wettbewerb hat die Entwicklung in der Konsequenz auch nur noch wenig zu tun.Wenn es aber stimmt, daß Unternehmer vor allem auch Verantwortung für ihre Mitarbeiter tragen, muß sich das Spiel ohne Grenzen vor allem auch für diese am Ende bezahlt machen.

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