Wirtschaft : Das Streben nach Glaubwürdigkeit

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Als die Deutschen nach 1996 zuerst die Aktien der Deutschen Telekom und dann den Neuen Markt kennen lernten, hörten sie oft auf Analysten. Bloß gab es darunter immer mehr schwarze Schafe – und mit dem Ende des Börsenbooms wurden Analysten oft zu Buhmännern. „Analyst ist keine geschützte Berufsbezeichnung “, erklärt Ralf Frank, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA). „Und als in der zweiten Hälfte der 90erJahre massenhaft eingestellt wurde, kamen die Banken kaum mit der Ausbildung ihrer Leute nach.“ Mittlerweile ist wieder Ruhe in der Branche eingekehrt. Von ehemals 3500 Analysten in Deutschland gibt es noch etwa 2000, sagt Frank. Und der Branchenverband DVFA hat 2003 einen strengen Ehrenkodex für seine Mitglieder aufgelegt. „Wer Vertrauen zurückgewinnen will, muss 150-prozentig arbeiten“, sagt Frank. Deshalb verpflichtet der Branchenverband Analysten, ihre Urteile nachvollziehbar zu machen – und Arbeitgeber und Investoren direkt auf mögliche Interessenkonflikte aufmerksam zu machen. „Willkür und Beliebigkeit darf es nicht mehr geben.“ hop

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