Wirtschaft : Das Unternehmen muss schwer kämpfen - Negatives Ergebnis befürchtet

Die schwierige Lage im deutschen Einzelhandel macht auch der Spar Handels-AG zu schaffen. Im ersten Halbjahr verbuchte das Unternehmen nach Angaben vom Donnerstag einen Umsatzrückgang um 15,6 Prozent auf 6,4 Mrd. DM ohne Umsatzsteuer (Vorjahr 7,58 Mrd. DM). Das operative Ergebnis vor neutralen Aufwendungen und Erträgen sowie Körperschaftsteuer sank auf ein Minus von 109,7 Mill. DM, während im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 35,6 Mill. DM erzielt wurde. Der Rückgang ist neben der schlechten Branchenkonjunktur wesentlich auf den zu Jahresbeginn erfolgten Verkauf von 73 Interspar SB-Warenhäusern zurückzuführen. Auch für das zweite Halbjahr erwartet der Spar-Vorstand - vor allem auf Grund des aggressiven Preiswettbewerbs im Einzelhandel - ein operativ negatives Ergebnis. Zwar zeige die Restrukturierung des Konzerns und der eingeschlagene Konsolidierungskurs erste positive Resultate. Der Vorstand geht jedoch davon aus, dass die Spar Handels-AG für das Geschäftsjahr 1999 einen Fehlbetrag hinnehmen muß.

Die Ergebnisse in den einzelnen Sparten fielen im ersten Halbjahr unterschiedlich aus. Während der Grosshandel, die Lebensmittel-Discountmärkte und der Bereich Convenience- und Systemkunden (Fertiggerichte) Umsatzzuwächse erzielten, verlief die Umsatzentwicklung bei den Eurospar-Verbrauchermärkten unbefriedigend. Durch die Belieferung der abgegebenen SB-Warenhäuser und die positive Entwicklung im Bereich Convenience- und Systemkunden steigerte der Grosshandel seinen Umsatz um 4,4 Prozent auf DM 2,84 Mrd. DM. Im konzerneigenen Einzelhandel erhöhten die Verbrauchermärkte ihren Umsatz durch die Integration der im Konzern verbliebenen ehemaligen SB-Warenhäuser um 22,2 Prozent auf knapp 1,53 Mrd. DM. Auf bereinigter Fläche sank der Umsatz jedoch um 8,9 Prozent. Erfreulich aus Unternehmenssicht entwickelten sich wiederum die Netto Lebensmittel-Discountmärkte. Mit einer aus der Expansion resultierenden Umsatzsteigerung von 13 Prozent auf fast 1,69 Mrd. DM und einem Wachstum von 0,8 Prozent auf bestehender Fläche hebt sich dieser Bereich deutlich positiv von der Branchenentwicklung ab. Der Bereich sonstiger Einzelhandel, in dem alle zum Verkauf vorgesehenen ehemaligen Pro-, Safeway- und Pfannkuch-Märkte zusammengefasst sind, reduzierte den Umsatz durch die kontinuierlich steigende Zahl von Verkäufen um 27,4 Prozent auf DM 340,5 Mill. DM. Im Rahmen der Neuausrichtung auf mittelgroße und große Verkaufsflächen hat insbesondere der Bereich Convenience- und Systemkunden im ersten Halbjahr 1999 wesentliche Fortschritte erzielt. Nach der Einrichtung einer eigenen Logistikorganisation konnte die Lieferqualität für bundesweit rund 2000 Convenience-Kunden erheblich verbessert werden.

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