• Das Unternehmen will sich auf Energietechnik und Schiffsbau konzentrieren - und sich dabei von 16 500 Beschäftigten trennen

Wirtschaft : Das Unternehmen will sich auf Energietechnik und Schiffsbau konzentrieren - und sich dabei von 16 500 Beschäftigten trennen

Babcock Borsig will sich bis zum kommenden Frühjahr von 16 500 seiner 42 000 Beschäftigten trennen und dabei knapp ein Drittel seines Konzernumsatzes von fast 13,9 Milliarden Mark verkaufen. Vor dem Hintergrund der geplanten Konzentration auf die Bereiche Energietechnik und Schiffbau sei eine "weitere massive Umstrukturierung" des Konzerns geplant, sagte der Babcock-Borsig-Vorstandsvorsitzende Klaus Lederer am Mittwoch in Düsseldorf.

"Die Babcock Borsig AG nimmt Abschied vom Gemischtwarenladen", sagte der Konzernchef. Nach seinem Amtsantritt im Frühjahr 1997 hatte Lederer bereits das komplette Management des tief in die roten Zahlen gerutschten Oberhausener Konzerns ausgetauscht und rund 12 000 Stellen entweder gestrichen oder an andere Unternehmen abgegeben.

Für das Geschäftsjahr 1998/99 (30.9.) kündigte Lederer nach vorläufigen Zahlen einschließlich der von der Preussag AG übernommenen Beteiligungen nahezu eine Verdreifachung des Vorsteuer-Ergebnisses von 61 auf 166 Millionen Mark an. Nach Steuern werde ein Überschuss "in dreistelliger Millionenhöhe" erwartet, sagte Lederer. Er zeigte sich zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Steuern von 250 Millionen Mark zu erwirtschaften. Er schloss eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen für das Geschäftsjahr 1999/2000 nicht aus. Nach hohen Verlusten von zusammen 644 Millionen Mark in den beiden Vorjahren hatte der Konzern im Geschäftsjahr 1997/98 wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Europaweite Führungspositionen strebe Babcock Borsig künftig in den Bereichen Energie- und Umwelttechnik sowie als Rüstungskonzern an. Mit verstärkten internationalen Aktivitäten vor allem in den USA arbeite Babcock Borsig "mit Hochdruck daran, sich als weltweit agierender Kraftwerksbauer aufzustellen", sagte Lederer. Der Konzernchef kündigte eine weitere Konzentration auf den renditeträchtigen Marineschiffbau der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG und - mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein - eine Sanierung des in die roten Zahlen gerutschten Handelsschiffbaus an.

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