Wirtschaft : Dasa-Beschäftigte fordern Eurofighter

Furcht vor Massenentlassungen und Standortschließungen

OTTOBRUNN(rtr).Mitarbeiter des Luft- und Raumfahrtkonzerns Daimler-Benz Aerospace (Dasa) haben die Bundesregierung eindringlich aufgefordert, das Jagdflugzeug Eurofighter zu beschaffen.Über 1000 Beschäftigte legten am Donnerstag am Dasa-Stammsitz Ottobrunn eine Stunde lang die Arbeit nieder.Betriebsräte erklärten, wenn die Regierung bei ihren Haushaltsberatungen am 11.Juli die Beschaffung des Eurofighters nicht beschließe, seien 18 000 Stellen in Deutschland gefährdet.Die Dasa äußerte volles Verständnis für die Aktion, wies aber Berichte zurück, sich stärker als geplant an der Finanzierung des Eurofighters zu beteiligen. Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Dasa, Ingrid Lüllmann, sagte, jeder Verzug bringe das Eurofighter-Programm, an dem in vier europäischen Ländern rund 70 000 Menschen arbeiteten, in Gefahr.Nicht die Dasa, und noch viel weniger die mittelständischen Unternehmen, seien in der Lage, die Eurofighter-Serienfertigung weiter vorzufinanzieren.Der Eurofighter sei ein "europäisches Vorzeigeprojekt". Der Betriebsratschef am Dasa-Stammsitz Ottobrunn, Franz Einertshofer, forderte von der Bonner Regierung, aber auch von der Opposition ein "klares Bekenntnis zum Eurofighter" und damit zum Technologiestandort Deutschland.Fälle das Kabinett am 11.Juli keine Grundsatzentscheidung für das Jagdflugzeug, seien schon kurzfristig Kurzarbeit und betriebsbedingte Kündigungen zu erwarten.Letztlich gerieten damit ganze Dasa-Standorte in Gefahr.Am Eurofighter sind vor allem die süddeutschen Dasa-Betriebe in Ottobrunn, Manching und Augsburg beteiligt. Ein Firmensprecher erklärte zu der Aktion in Ottobrunn, die im Rahmen von Diskussionen mit Politikern und Versammlungen auch an anderen Dasa-Standorten stattfand, es gehe hier um ein gemeinsames Anliegen von Beschäftigten und Management.Er fügte hinzu, an dem Angebot der Dasa zur Mitfinanzierung des Kampfflugzeugs habe sich nichts geändert.Das Unternehmen hat sich bereiterklärt, Rückzahlungen an den Bund von rund 1 Mrd.DM aus dem Airbus-Projekt vorzuziehen, um die Mittel für den Eurofighter einzusetzen. Für die deutsche Industrie würde eine Entscheidung für den Eurofighter einen bis zum Jahr 2014 laufenden Auftrag über 23 Mrd.DM bedeuten.

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