Wirtschaft : Dasa-Chef Hertrich rechnet fest mit Genehmigung durch Kartellbehörden

Der künftige Dasa-Chef Rainer Hertrich rechnet fest mit einer Genehmigung des neuen europäischen Luft- und Raumfahrtriesen EADS durch die Kartellbehörden. "Es wäre widersinnig, wenn sich die Kommission in Brüssel nicht hinter den Zusammenschluss unserer Unternehmen stellte", sagte Hertrich der "Süddeutschen Zeitung" am Montag. Angesichts der hohen Investitionskosten gebe es keinen anderen Weg, um in der Luft- und Raumfahrtbranche zu überleben. Zudem hätten die Regierungen gefordert, die zersplitterte Branche in Europa zu einen, um gegenüber den Amerikanern konkurrenzfähig zu bleiben.

Die Beteiligung des französischen Staates an EADS sei kein Problem, sagte Hertrich. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich auch die britische BAe Systems der EADS eines Tages anschließen werde. Bei einer Umwandlung des Airbus-Konsortiums in eine eigenständige Gesellschaft solle der Anteil von BAe Systems, der derzeit 20 Prozent beträgt, aber nicht erhöht werden.

Hertrich forderte die Bundesregierung auf, die Luft- und Raumfahrtindustrie noch stärker zu unterstützen. "Wenn die Politik den Rahmen nicht entsprechend gestaltet, werden wir langfristig mit Konsequenzen für den Standort Deutschland rechnen müssen." Schon bei der Standortentscheidung für die Produktion des neuen Airbus-Großraumflugzeugs A3XX gebe es einen "Standortkostennachteil für Hamburg gegenüber Toulouse von 650 Millionen Mark", da die Bundesregierung nur eine Bürgschaft, aber keine zinsgünstigen, rückzahlbaren Entwicklungskostenzuschüsse geben wolle.

Hertrich tritt am 15. März die Nachfolge von Manfred Bischoff als Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa) in München an. Er wird die Dasa somit in die EADS führen. Dasa, Aerospatiale Matra und die spanische CASA wollen noch im zweiten Quartal 2000 die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) gründen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben