Wirtschaft : Dasa landet bei einem Rekordergebnis

Aus der Verlustzone zum Umsatzrekord / 1000 Einstellungen möglich / Zuwachs 1998 schwächer

MÜNCHEN (tmh).Die Daimler-Benz Aerospace (Dasa) AG, München, geht nach dem Rekordjahr 1997 in anhaltenden Steigflug über.Ein "FeuerwerkÒ wie im Vorjahr gebe es 1998 aber nicht, dämpfte Dasa-Chef Manfred Bischoff am Dienstag in München allzu hochfliegende Erwartungen.Allerdings sei nach langen Jahren massiven Stellenabbaus auch beim Personal die Trendwende geschafft.Die Dasa benötige wieder technischen Nachwuchs und plane die Einstellung von etwa 1000 Mitarbeitern.Zugleich gebe es noch Überhang in der Verwaltung, sodaß unterm Strich dieses Jahr ein geringer Stellenaufbau anstehe."Das Tal der Tränen ist durchschritten,Ò versprach Bischoff den Mitarbeitern, deren Anzahl im Vorjahr um 653 auf 43 521 Personen zurückging.Der Abbau fiel damit um rund 3000 Stellen geringer aus als zunächst befürchtet. Über positive Stelleneffekte im Zuge des Auftrags für das Jagdflugzeug Eurofighter verlor das Management allerdings kein Wort.Zusammen mit dem Boom beim Zivilflugzeugen rund um den Airbus, Erfolgen der Ariane-Rakete, dem Kauf der Siemens-Sicherungstechnik und dem Durchbruch der Frankfurter Dasa-Beteiligung Nortel im deutschen Mobilfunkmarkt bilde der Beschaffungsentscheid für den Jet den Höhepunkt des vergangenen Jahres.Dagegen stehe 1998 im Zeichen des Zusammenrückens der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie sowie der Umwandlung des Airbus-Konsortiums in eine Kapitalgesellschaft.Dafür sieht sich Dasa nach den jüngsten Erfolgen nun in einer guten Position.Bischoff erwartet eine Art Airbus AG Anfang 1999.Es gebe allerdings noch Hürden auf industrieller und vor allem politischer Seite, zu denen sich der Manager mit Verweis auf laufende Verhandlungen nicht äußern wollte.Vermutlich geht es um nationale Zugriffsrechte, Standorte und die Besetzung des Managements.Ende März 1998 will die Airbus-Industrie der Politik ihr Umwandlungskonzept auf den Tisch legen.1998 sei auch für das Großraumflugzeug Airbus A 3XX das Jahr der Entscheidungen, sagte Bischoff.Mit dem Jet für bis zu 600 Passagiere werde Airbus die US-Konkurrenz "von oben angreifenÒ und den Marktanteil global von gut 40 auf 50 Prozent steigern.Neben den vier Airbuspartnern seien für die A 3XX Italiens Alenia, Schwedens Saab, ein japanischer und weitere kleine Partner mit im Boot.Auch mit dem US-Konzern Lockheed-Martin suche man noch eine Form der Zusammenarbeit unterhalb der Finanzierungsebene.In der Raumfahrt winke Wachstum durch das Raumlabor Columbus, Satellitenpläne des US-Konzerns Microsoft und den Militärsatelliten Trimilsat, sagte Bischoff. Vor allem wegen nachlassender Auftriebskräfte beim Airbus, möglicherweise auch durch die Asienkrise, seien 1998 nicht die Steigerungsraten des Vorjahres möglich.Der Umsatz legte um ein Fünftel auf 15,3 Mrd.DM zu, die Orders um 14 Prozent auf 19,1 Mrd.DM.Dabei half auch der Dollar-Kurs und Kostensenkung von knapp drei Mrd.DM.Zu schaffen gemacht hätten Preisverfälle von bis zu 20 Prozent.Deshalb habe das Ergebniswachstum zwar über Plan gelegen, aber nicht mit dem Volumenszuwachs schrittgehalten, sagte Bischoff.Konkrete Zahlen nannte er mit Verweis auf die Daimler-Bilanzvorlage am 8.April nicht.Bereits früher war für 1997 von einem operativ dreistelligen Dasa-Millionengewinn die Rede.

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