Wirtschaft : Datendiebe überall

In Hannover könnte es einen weiteren Fall geben

Berlin - Der Skandal um den illegalen Handel mit Kontodaten zieht immer weitere Kreise. Inzwischen hat sich ein Mann aus Hannover bei der Polizei gemeldet und umfangreich ausgesagt. Er soll zwölf Jahre lang im Geschäft mit Telefonwerbung gearbeitet und Daten von Kunden kopiert und weiterverkauft haben. Offen ist aber noch, ob auch die Daten dazugehören, die Anfang der Woche bei der Verbraucherzentrale Schleswig- Holstein aufgetaucht sind. Dort wurde anonym eine CD mit den Datensätzen von 17 000 Bundesbürgern abgegeben. Nach Angeben des Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein hatte sich hier ein Mann aus Lübeck als Absender der CD zu erkennen gegeben.

Die Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach, die den Fall der CD untersucht, weil hier eine Firma aus Viersen Zwischenhändler gewesen sein soll, bestätigte, dass sich auch ein Mann aus Hannover bei der Polizei gemeldet habe. Ob beide Fälle in Zusammenhang stehen, konnten die Behörden am Freitag noch nicht sagen. „Wir kennen seine Aussage noch nicht. Wir wissen nicht, was da drinsteht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Mönchengladbach.

Unterdessen geht die Hamburger Verbraucherzentrale juristisch gegen den zum Medienkonzern Bertelsmann gehörenden BC Bonus Club vor. Die Firma soll den Verbrauchern Mitgliedschaften untergeschoben haben. Es habe zahlreiche Beschwerden von Verbrauchern gegeben. Zudem soll die Firma Kontodaten von Betroffenen gehabt haben, ohne dass die Verbraucher zuvor Kontakt zum BC Bonus Club gehabt hätten. Die Verbraucherschützer forderten die Firma auf, unberechtigte Abbuchungen von Konten rückgängig zu machen. Andernfalls würde ein Verfahren zur Abschöpfung der Gewinne eingeleitet. vis

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