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Datenpannen: Balz wird Telekom-Vorstand für Datenschutz

Nach den gravierenden Datenschutzpannen bei der Deutschen Telekom soll Manfred Balz als neuer Vorstand eine Wiederholung verhindern. Damit setzt Telekom-Chef René Obermann seinen Willen durch.

Der Aufsichtsrat der Telekom berief den bisherigen Chefjustiziar Manfred Balz am Dienstag zum Vorstand für Datenschutz, Recht, Datensicherheit und Compliance, wie das Unternehmen mitteilte. Der 63-jährige Balz war ein Kandidat von Telekom-Chef René Obermann. Vergangene Woche hatte der Aufsichtsrat zwar die Einrichtung des Vorstandspostens beschlossen, aber Balz nicht ernannt. Das hatte sofort Spekulationen über eine Schwäche in Obermanns Position ausgelöst. Am Dienstag unterstützten auch die Arbeitnehmervertreter die Kandidatur von Balz.

Nach den Beratungen des Aufsichtsrats hatte es in Konzernkreisen am vergangenen Mittwoch noch geheißen, der Auswahlprozess könnte einige Woche in Anspruch nehmen. Die Kandidatur von Balz sei umstritten gewesen, da er aus dem Unternehmen komme und bereits mit den Vorgängen befasst gewesen sei, hatte es auch geheißen.

Mit dem neuen Vorstandsressort reagiert die Telekom-Führung auf eine Serie von Datenpannen, die den Konzern seit Monaten erschüttern. Derzeit ermitteln Staatsanwaltschaften in sieben Fällen von Diebstahl von Kundendaten der Telekom. Möglich wurde der Klau durch Löcher in der Sicherheit der Kundendatenbanken, die nach Angaben der Telekom mittlerweile gestopft wurden.

Das neue Vorstandsressort soll umfangreiche Kompetenzen erhalten, um die Datenschutzprobleme zügig zu lösen. Der oberste Datenschützer solle bei wichtigen Entscheidungen hinzugezogen werden, hieß es. Nach Angaben der Telekom sollen dem Ressort rund 500 Mitarbeiter in Deutschland zugeordnet werden. (mpr/dpa)

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