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Datensammler Google : „Da steckt kein böser Plan dahinter“

Google-Experte Ralf Kaumanns über die Datensammelwut, fehlende Transparenz und sorglose Nutzer.

Herr Kaumanns, Google ist angetreten, alle Informationen dieser Welt zu digitalisieren. Wie weit ist das Unternehmen schon gekommen?

Der Anspruch besteht nach wie vor und Google ist sicher weiter als alle anderen. Das Problem ist aber nicht das Vorhaben, sondern dass Google keine Wohltätigkeitsorganisation ist und mit den Daten Geld verdienen will.

Man hat den Eindruck, dass Google zunächst alles Mögliche ausprobiert und erst hinterher fragt, ob es auch rechtens ist – wie zum Beispiel beim Scannen von Büchern oder bei Street View.

Das ist eine Mentalitätsfrage.

In den USA ist es verbreitet, loszuarbeiten und gute Ideen einfach umzusetzen. Wenn Beschwerden kommen, kann man sich immer noch überlegen, wie man damit umgeht. Da muss keine böse Absicht dahinter sein. Wenn man immer erst fragt, ob man etwas darf, dann würde es viele Produkte gar nicht geben.

Halten Sie die Datensammelwut von Google für gefährlich?

Im Bereich der Privatsphäre ist noch viel Raum für Verbesserungen. Google muss hier etwas mehr Sensibilität an den Tag legen und sich seiner Verantwortung bewusst sein. Aber da sehe ich auch den Nutzer in der Pflicht, mit seinen Daten vernünftig umzugehen. In Zukunft wird Google etwa mit dem Bezahldienst Checkout auch noch viele Daten über unser Kaufverhalten sammeln können – wenn wir es zulassen. Natürlich lassen sich solche Daten missbrauchen. Aber andere sammeln auch – wie Paypal, Apple oder Payback.

Andere Unternehmen haben aber keinen Zugriff auf so umfassende Informationen.

Das ist richtig, und es werden immer mehr Daten werden. Dabei wissen wir bereits heute nicht genau, was Google bei seinen Datenanalysen alles ermitteln kann. Es fehlt an Transparenz. Aber Google ist ein Wirtschaftsunternehmen, keine Behörde. Das Ziel ist, dass die Nutzer möglichst viele Produkte von Google nutzen. Es geht ganz banal ums Geldverdienen, da steckt kein böser Masterplan dahinter sondern eher das Bestreben, die Platzierung von Werbung immer besser zu machen. Scheinbar ist es den meisten Nutzern egal, was Google mit den Daten macht, Hauptsache die Produkte sind kostenlos.

Aber das sind sie nicht.

Natürlich nicht. Bei Google muss man kein Geld zahlen, aber nichts ist umsonst. Der ökonomische Wert ihrer Daten ist aber den wenigsten Nutzern bewusst.

Den Wettbewerbern aber schon.

Ja, sicher. Und Google ist sehr erfinderisch darin, neue Geschäftsbereiche zu finden, die sich gut in die Suche integrieren lassen. Der Bereich Reise zum Beispiel. Gerade hat Google den amerikanischen Spezialisten für Flugdaten-Software ITA übernommen. Das bedroht tatsächlich die Geschäftsmodelle diverser Reiseportale, wenn Google mit aller Macht, mit seiner Finanzkraft und Marktintelligenz in das Geschäftsfeld einsteigt.

Das Gespräch führte Corinna Visser.

Ralf Kaumanns ist Geschäftsführer bei der Marktforschungs- und Beratungsfirma Strategyfacts.com. Kaumanns ist außerdem Autor des Buches "Die Google-Ökonomie".

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