Datenschutz : Bahn ließ auch wegen Mehdorn-Steueranzeige ermitteln

Die für die Deutsche Bahn tätige Detektei Network Deutschland hat auch gegen einen Beschäftigten des Konzerns ermittelt: Dieser hatte Vorstands-Chef Hartmut Mehdorn wegen eines Steuerdelikts unter falschem Namen bei den Finanzbehörden angezeigt.

Das geht aus einem Prüfvermerk des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix hervor, der dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe) vorliegt und auf einem Gespräch mit Bahn-Verantwortlichen basiert. Bei Network trug der Mehdorn-Fall die Bezeichnung "Projekt Uhu". Bei der Anzeige habe der Verdächtige Informationen offenbart, "zu denen etwa 40 Mitarbeiter Zugang hatten", heißt es darin. Daraufhin habe die Bahn-Konzernrevision Namen, Vornamen, Personalnummern und "wahllos" zahlreiche dienstliche E-Mails der Betroffenen an Network weitergeleitet, wie die Bahn gegenüber den Berliner Datenschützern dem Vermerk zufolge erklärte - ohne deren Wissen. Diese hätten auch Kontonummern der Ehefrauen oder Briefe an den Betriebsrat enthalten, schreibt der "Tagesspiegel" weiter.

Network ließ daraufhin ein "Schriftstilgutachten" anfertigen. "Alle überprüften Mitarbeiter wurden schriftlich bewertet", heißt es. Das Ergebnis war, "dass ein bestimmter Mitarbeiter mit großer Wahrscheinlichkeit die Strafanzeige verfasst hatte." Die Arbeitsgerichte hätten das Prüfergebnis allerdings nicht anerkannt und die entsprechende Kündigung als unwirksam angesehen. (Tsp)

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