Datenschutz : Erneut Telekom-Daten missbraucht

Der Deutschen Telekom sind Daten abhanden gekommen - wieder einmal. Diesmal sind die Betroffenen auch zu Schaden gekommen. Von mehreren Konten wurde Geld unerlaubt abgehoben.

BerlinErneut sind Kundendaten der Deutschen Telekom in falsche Hände geraten. Und diesmal sollen die Betroffenen dabei auch zu Schaden gekommen sein. Der "Stern" berichtet, dass dubiose Adresshändler und Call-Center sich Zugriff auf sensible Daten von mehreren tausend Festnetzkunden des Unternehmens verschafft hätten. Dabei ging es um Namen, Adressen, Vertragsdaten und Bankverbindungen. Die Datensätze würden illegal von Vertriebsfirmen genutzt. Betroffene hätten von unerklärlichen Abbuchungen von ihrem Konto etwa an den Telekom-Konkurrenten Freenet berichtet. Freenet wiederum habe mitgeteilt, über eine geraume Zeit mit unseriösen Praktiken von Vertriebspartnern zu kämpfen gehabt zu haben.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte, dass der "Stern" dem Unternehmen 200 Datensätze überlassen habe, insgesamt soll das Magazin über 4000 Datensätze von Telekom-Kunden verfügen. "Die Daten der uns überlassenen Liste stammen nicht eins zu eins von uns", sagte der Telekom-Sprecher. Es handele sich um Kundendaten aus den Jahren 2006 und 2007, die offenbar mit Daten aus anderen Quellen angereichert wurden. So seien auch Bankverbindungen von Kunden verzeichnet, die bei der Telekom Barzahler seien.

Die Telekom vermutet, dass ein Vertriebspartner die Daten zu eigenen Zwecken missbraucht hat. Die Daten würden nicht offen gehandelt, sagte der Sprecher, sondern vermutlich unter Adresshändlern weitergegeben. Wer die Daten missbraucht hat, sei noch nicht bekannt. Der Telekom-Sprecher kündigte an, dass alle betroffenen Kunden schriftlich von der Telekom informiert würden. Es bestehe die Gefahr, dass weiterhin Geld von Kundenkonten abgebucht werde. Es sei daher wichtig, Kontoauszüge sorgfältig zu prüfen. Die Briefe würden verschickt, sobald das Unternehmen vom "Stern" die Liste der 4000 Kunden erhalten habe. "Das wird Anfang kommender Woche der Fall sein", sagt der Sprecher. Er fügte hinzu, dass die Sicherheitsvorkehrungen bei Vertriebspartnern bereits verschärft worden seien. vis

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