Datenschutz : Telekom hat Journalisten bespitzelt

Die Deutsche Telekom hat im Jahr 2005 Telefonverbindungen von mindestens zwei Dutzend Personen bespitzelt. Das berichtet das "Handelsblatt" aus Ermittlerkreisen.

Düsseldorf -  Ausgangspunkt der Bespitzelungen sei seinerzeit die Handynummer des „Capital“-Journalisten Reinhard Kowalewsky gewesen. Er hatte im Januar 2005 die interne Dreijahresplanung der Telekom veröffentlicht und damit das Fass zum Überlaufen gebracht. Schon lange hatten sich die Telekom-Oberen über immer neue Interna geärgert, die in der Presse auftauchten. Die Telekom habe sowohl die Nummern von seinen direkten Gesprächspartnern ausgewertet als auch die, die diese Personen danach angerufen haben. Einige seien monatelang überprüft worden. Ziel der Spähaktionen seien neben weiteren Journalisten vor allem Arbeitnehmervertreter des Konzerns gewesen, so das Blatt.

Das Brisante ist: Der „Capital“-Redakteur hat einen Handy-Vertrag bei E-Plus. Das bedeutet, es gab für die Telekom nur zwei Möglichkeiten, um an die Nummern zu gelangen, die er anrief. Entweder der Konzern hat alle Handy-Nummern von verdächtigen Personen aus dem eigenen Haus daraufhin überprüft, ob Kowalewskys Nummer auftauchte. Oder E-Plus-Mitarbeiter haben dem Bonner Rivalen die Daten aus ihren Systemen geliefert. Die KPN-Tochter bestreitet allerdings eine Beteiligung. lou (HB)

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