Wirtschaft : Dauerarbeitslosigkeit verhindern

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Von Cordula Eubel

Auf dem Arbeitsmarkt gibt es noch keine Entwarnung: Auch wenn die ersten positiven Konjunktursignale die Wirtschaftsexperten fröhlich stimmen, müssen sich die 4,3 Millionen Arbeitslosen in Deutschland in Geduld üben. Der Aufschwung kommt erst mit einigen Monaten Verspätung auf dem Arbeitsmarkt an, wenn überhaupt. Frühestens Mitte 2004 sei mit einer Belebung zu rechnen, lautet die entmutigende Botschaft des Chefs der Bundesanstalt für Arbeit, Florian Gerster. Damit wird er leider Recht behalten.

Für einen Großteil der Arbeitslosen wird es aber auch im Juli 2004 kaum Hoffnung auf einen Job geben – für diejenigen, die bereits seit mehr als einem Jahr erfolglos auf der Suche sind. Der Aufschwung wird nur die konjunkturelle Arbeitslosigkeit abschmelzen lassen. Es ist eine verhängnisvolle Spirale: Wer lange Zeit arbeitslos ist, wird von Arbeitgebern nicht mehr eingestellt. Aus der Sicht der Unternehmen ist das auch rational. Schließlich dauert es länger, jemanden wieder einzuarbeiten, der nicht mehr auf dem neusten Wissensstand ist. Oder von dem man nicht weiß. ob er der täglichen Belastung im Job noch gewachsen ist.

Oberstes Ziel der Arbeitsmarktpolitik muss es daher sein, Menschen gar nicht erst in die Dauerarbeitslosigkeit abgleiten zu lassen. Denn für sie bedeutet es einen riesigen Aufwand, wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dafür müssen sich die Arbeitsämter schneller und intensiver um die Vermittlung kümmern. Peter Hartz, Personalvorstand des VolkswagenKonzerns, hat die Politik im vergangenen Jahr mit seiner Expertenkommission darauf gestoßen. In den Arbeitsämtern ist das bislang leider noch nicht spürbar.

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