Wirtschaft : Dauerbaustelle Deutsche Bank

Der mit viel Vorschusslob bedachte künftige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wird sein Können schnell unter Beweis stellen müssen. In seinem Geschäftsbereich, dem Investmentbanking, sind Geschäft und Gewinne eingebrochen und haben das Gesamtergebnis der Bank in den Keller gerissen. Zwar versucht man bei dem Institut, die Zahlen zu relativieren - das schlechte Ergebnis wird mit der Umstellung der Bilanz auf US-Standards und mit einmaligen Belastungen begründet. Doch ein Ergebnis je Aktie, das von 22 Euro auf nur noch 0,27 Euro zurückgegangen ist, muss beim Aktionär Sorge auslösen.

Es wird nicht leicht für Ackermann, an vergangene Erfolge anzuknüpfen. Es deutet nur wenig darauf hin, dass das Geschäft im Investmentbanking schnell leichter wird. Die internationalen Börsen kommen allenfalls im zweiten Halbjahr wieder richtig in Schwung. Die Konjunktur und der Ausfall großer internationaler Schuldner wie Enron oder ganzer Länder wie Argentinien haben tiefe Spuren in den Bankbilanzen hinterlassen. Und sie werden dies auch in Zukunft tun. Die Deutsche Bank schließt folgerichtig eine Erhöhung der Risikovorsorge nicht aus. Man will auf weitere Kreditausfälle vorbereitet sein. Im heimischen Kreditgeschäft fällt deutschen Banken das Geschäft noch schwerer. Die Branche klagt seit Jahren über geringe Margen. Schließlich wiederholt man immer wieder die Warnung, Deutschland sei überversorgt. Kostensenkung lautet die Devise. Rolf Breuer hat bereits die Richtung gezeigt: Stellenabbau und Filialschließungen. Wenn dies nicht bloß der Anfang ist.

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