Davos : Putin eröffnet Weltwirtschaftsforum

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat mit einer Rede am Mittwochabend offiziell das 39. Weltwirtschaftsforum in Davos eröffnet. Es steht ganz im Zeichen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Putin
Wladimir Putin eröffnet das Weltwirtschaftsforum. -Foto: AFP

Genf Russland und China haben ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Bewältigung der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise bekräftigt. "Wir sitzen alle in einem Boot", sagte der russische Regierungschef Wladimir Putin am Mittwoch bei der offiziellen Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Bis Sonntag beraten rund 2500 Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft, darunter über 40 Staats- und Regierungschefs, in dem Schweizer Wintersportort über Wege aus der schwersten Weltwirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (Pwc) sind nur 21 Prozent der führenden Manager weltweit davon überzeugt, das es in den nächsten zwölf Monaten wieder zu Wirtschaftswachstum kommt.

Putin warnte vor zu starken Staatseingriffen in der derzeitigen Situation. "Ausuferndes Eingreifen in die wirtschaftliche Tätigkeit und das blinde Vertrauen in die Allmacht des Staates wären weitere mögliche Fehler", sagte der Regierungschef. Zwar sei eine wachsende Rolle des Staates in einer Krise eine natürliche Reaktion wenn die Märkte versagt hätten. Aber anstatt die Marktmechanismen anzupassen, seien einige versucht, die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft so weit wie möglich auszuweiten. "Im 20. Jahrhundert machte die Sowjetunion die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion haben wir teuer bezahlt", sagte Putin.

Schwankungen der Energiepreise destabilisieren die Wirtschaft

Der russische Regierungschef legte auch seine Ansicht für eine bessere weltweite Energiepolitik dar. "Ich schlage vor, dass wir einen neuen internationalen rechtlichen Rahmen für Energiesicherheit niederlegen", sagte Putin. Jeder wisse, dass scharfe und nicht vorhersehbare Schwankungen der Energiepreise einen kolossalen destabilisierenden Faktor für die Weltwirtschaft darstellen.

Zuvor hatte auch der chinesische Regierungschef Wen Jiabao bekräftigt, sein Land sei zu aktiver Mithilfe bei der Überwindung der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise bereit. China sei von der Wirtschaftskrise stark betroffen, sagte Wen Jiabao. Somit werde es auch schwierig sein, das Wachstum von acht Prozent des vergangenen Jahres auch 2009 zu erreichen. So erlebe China einen deutlichen Rückgang der Nachfrage aus dem Ausland und somit Exportrückgänge sowie steigende Arbeitslosenzahlen in städtischen Gebieten. Grundsätzlich werde die chinesische Wirtschaft aber weiter wachsen, sagte Wen Jiabao.

Die Stimmung bei dem traditionellen Treffen in Davos ist durch die internationale Krise stark getrübt. So zeichnet die Pwc-Studie, für die 1124 führende Manager in 50 Ländern befragt wurden, ein düsteres Bild für die Weltkonjunktur. 29 Prozent der Befragten sind pessimistisch, was die Aussichten für das kommende Jahr betrifft, wie aus der am Mittwoch in Davos vorgelegten Untersuchung hervorgeht. Die Auswirkungen der Rezession sind für 85 Prozent der weltweit befragten Firmenchefs das gegenwärtig bestimmende Anliegen. "Die Geschwindigkeit und die Intensität der Rezession hat die CEOs auf der ganzen Welt überrascht", sagte Markus Neuhaus, Geschäftsführer von Pricewaterhousecoopers Schweiz. (mpr/dpa)

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