Wirtschaft : Dax: Analysten erwarten Anstieg um zehn Prozent bis zum Jahresende

Der Deutsche Aktienindex (Dax) könnte nach Expertenmeinung bis Jahresende um zehn Prozent auf 8000 bis 8200 Punkte steigen. Bereits bis zum Ende des dritten Quartals sei mit einem Anstieg um bis zu fünf Prozent auf 7300 bis 7400 Punkte zu rechnen, sagte der Anlageexperte der Deutschen Bank, Alfred Roelli, am Donnerstag in Frankfurt (Main). Auf Jahressicht prognostiziert der Leiter der Anlage-Strategie Privatkunden sogar neue Rekordwerte von 8200 bis 8700 Punkten, was einer Steigerung von 15 bis 16 Prozent entspricht. Der Euro Stoxx 50 könne um rund sieben Prozent auf 5600 bis 6000 Punkte zulegen und der S & P 500 um maximal zehn Prozent auf 1600 bis 1650 Punkte. Für England und die Schweiz erwartet Roelli bestenfalls das Erreichen des alten Rekordniveaus.

Die Deutsche Bank empfiehlt weiter, bei der privaten Anlage europäischen Aktien den Vorzug zu geben und favorisiert dabei große Titel. Roelli setzt nach wie vor auf die Automobil- und Chemiebranche mit Daimler-Chrysler und VW sowie BASF und Bayer. Aber auch Technologie- und Finanzwerte wie ABN Amro, BBV, Allianz, Aegon, ING, Alcatel, ABB, Nokia, SAP und Siemens hätten gute Wachstumschancen. Eher geringe Gewinnerwartungen sieht Roelli bei Titeln der Versorger. Auch bei Telekommunikationswerten sei Vorsicht geboten. Werte des Neuen Marktes und "dot-coms" empfiehlt Roelli dem "normalen" Privatanleger auf Grund der großen Kursschwankungen lediglich als Fonds zur Depotbeimischung. Bei Biotechnologiewerten solle auf große Titel gesetzt werden.

Der USA-Markt sei insgesamt überbewertet, sagte Roelli. Es sei eher unwahrscheinlich, dass die derzeitige Kapitalrendite der 500 größten Firmen im Index S & P 500 von 24,1 Prozent auf Dauer aufrecht erhalten werden könne. Seit 1996 seien die Gewinnerwartungen hier ständig gestiegen auf mittlerweile 18 Prozent. Bei solch "extremen Erwartungen" sei Vorsicht geboten. Dennoch gebe es "sektoriell attraktive Titel". Mittel- bis langfristig sehe er auch hier mehr Chancen als Risiken. Anleger sollten sich vor allem auf Technologiewerte wie Lucent Technologies, Intel, Compaq oder Cisco Systems konzentrieren. Bis auf klassische Export- und Technologiewerte rät Roelli vom Kauf japanischer Aktien eher ab. Die wirtschaftliche Situation sei derzeit zu instabil. Zumal sich der japanische Aktienmarkt eher negativ zum europäischen und amerikanischen entwickle. Die Kapitalzuflüsse aus den USA konzentrierten sich in diesem Jahr massiv auf den europäischen Markt.

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