Wirtschaft : Dax-Barometer bleibt auf Zick-Zack-Kurs

DÜSSELDORF (val). Mit einem Elf-Monatshoch ist der Dax in die vergangene Woche gestartet: Er sprang auf über 5620 Punkte. Dann rutschte der Euro auf 1,02 Dollar, nachdem der französische Premierminister Lionel Jospin vorgeschlagen hatte, die bisherige Grenze von drei Prozent für die Budgets der Euroländer aufzuweichen.Auch die deutlich ansteigenden Kapitalmarktzinsen drückten den Dax. Die ungebrochene Rekordlaune an der Wall Street steckte aber auch den deutschen Aktienmarkt an. Am Freitag nachmittag erreichte der Dax sogar Jahres-Höchststände: Das Börsenbarometer pendelte um die Marke von 5666 Punkten. Auf den desolaten Zustand des Rentenmarkts hat der Aktienmarkt gelassen reagiert. Dort kam es auch in der vergangenen Woche zu starken Kursverlusten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte auf 4,8 Prozent, und der Bund-Future rutschte zeitweise unter die 108-Punkte Marke. Auch hier hatten die Worte Jospins für Unruhe gesorgt. Die Berliner Bankgesellschaft hält die Reaktion auf dem Rentenmarkt für "stark übertrieben", wie BGB-Analyst Michael Schubert sagt. Eine dauerhafte Rentenbaisse sei eher unwahrscheinlich, eher erwartet er ein "leicht eingetrübtes Zinsumfeld" als Folge der stabileren Rohstoffpreise sowie der steigenden Lohnstückkosten. Und sobald das "Unwetter am Bondmarkt" vorüber sei, rechnet Schubert auf dem deutschen Aktienmarkt mit deutlich höheren Daxwerten - bis zum Oktober sollen es 5800 Punkte werden, bis Januar 6000 Punkte.Anlegern empfiehlt Schubert insbesondere Automobilwerte: Konservativen Aktionären rät er zu Papieren von BMW und DaimlerChrysler. Die VW-Aktie sei für spekulativ gesinnte Aktionäre interessant: Noch sei das Papier günstig, allerdings hätte das Unternehmen sein Renditeziel bereits erreicht, und die Autokonzerne Ford und Renault machten dem Golf mit ihren Modellen Konkurrenz: "Die Phantasie könnte schon bald weg sein", schätzt Schubert. Die Deutsche Bank hat die Aktie des Unternehmens Porsche jetzt auf "Kaufen" gesetzt. Thomas Teetz vom Düsseldorfer Bankhaus Trinkaus und Burkhardt empfiehlt Anlegern Chemiewerte, die nach wie vor von der Konjunktur beflügelt würden.Er rät zu Aktien von Schering, Bayer, Beiersdorf und Henkel. Sie profitierten weiterhin von der Erholung der asiatischen Märkte. Von Bayer seien zudem neue Pharma-Produkte zu erwarten, die dem Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Umsatzsteigerungen bescheren sollten. Auch der britische Spezialchemie-Herstelller ICI wird Teetz zufolge weiterhin von der allgemein auflebenden Konjunktur profitieren. Die ICI-Aktie sei außerdem im Branchenvergleich besonders preiswert.

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