Wirtschaft : Dax durchbricht erstmals 6000-Punkte-Marke

FRANKFURT (MAIN) (dpa/rtr/AP).Der Deutsche Aktien-Index (Dax) hat am Mittwoch erstmals 6000 Punkte erreicht.Der Xetra-Dax - Xetra ist das Computerhandelssystem an der Deutsche Börse in Frankfurt - nahm die Hürde um 9 Uhr 29.Zum Handelsschluß um 17 Uhr lag der Xetra-Dax bei 6018,89 Punkten.Auf dem Parkett war es um 13 Uhr 42 soweit: Der Dax notierte mit 6000,38 Zählern und schloß schließlich etwas höher bei 6013,14.

Händler begründeten den Höhenflug mit der starken Verfassung der Wall Street in New York und den positiven Nachrichten aus Asien.Das Überschwappen wurde auf dem Frankfurter Parkett mit einem großen Dachskuchen aus Marzipan gefeiert.Händler reagierten darauf teilweise verschnupft, da im Parketthandel die Marke von 6000 zunächst noch nicht überwunden war.

Der Index repräsentiert die 30 wichtigsten deutschen Industriewerte, die rund 70 Prozent des gesamten Grundkapitals deutscher Aktiengesellschaften repräsentieren.Als Basis wurden die Schlußkurse der 30 Standardwerte am Jahresende 1987 mit 1000 Punkten festgesetzt.Seine Zusammensetzung hat sich aber inzwischen geändert.

Nach seinem Start benötigte der Index über fünf Jahre, um im Oktober 1993 die Marke von 2000 Punkten zu übersteigen.Dreieinhalb Jahre später nahm der Dax im Januar 1997 die 3000 Punkte.Und schon sechs Monate später notierte er am 8.Juli 1997 über 4000 Punkten.Anschließend dauerte es mit gut acht Monaten zwar etwas länger, bis der Dax am 20.März 1998 die nächsten 1000 Punkte nahm.Dabei holte die Börse aber den tiefen Kursrutsch vom Oktober 1997 schnell wieder auf.

Für den Anstieg von 1000 auf 6000 Punkte hat der Dax gut zehn Jahre benötigt.Auf den Tag genau vor einem Jahr hatte der Dax die 4000-Punkte-Marke überschritten.In zwölf Monaten ist er also um 50 Prozent gestiegen.

Unterdessen hat die angekündigte Allianz der Börsen in Frankfurt und London weitere Interessenten auf den Plan gerufen.Die Börse in Mailand erwäge ernsthaft, sich anzuschließen, sagte deren Vorstandschef Stefano Preda am Mittwoch.Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, sagte, die Allianz der beiden größten europäischen Handelsplätze sei eine offene Einladung an die Pariser Börse.Der Chef der Europäischen Zentralbank, Wim Duisenberg, erwartet nun eine weitere Intergration der europäischen Börsen.Der britische Notenbankchef Eddi George äußerte sich ähnlich und sagte, von der Entwicklung profitierten alle.

Weitere mögliche Partner für die Allianz seien die Börsen in Amsterdam und der Schweiz, sagte Breuer.Er erwarte, daß durch das Börsen-Bündnis kein Kapital aus Deutschland abfließe, sondern zusätzliches Kapital hereinkomme.Die geplante gemeinsame elektronische Plattform soll eine Kombination aus dem britischen System Set und dem deutschen Xetra-System werden.Zunächst sollen 150 Aktien darüber gehandelt werden.Der Börsenwert der an beiden Handelsplätzen notierten Firmen beträgt rund 6 Billionen DM.Im Vergleich dazu ist die Wall Street immer noch dreimal so groß.

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