Wirtschaft : Dax hat wenig Spielraum nach oben

DÜSSELDORF (val). Auf dem deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung gebessert. Der Waffenstillstand im Kosovo und die Erholung des Euro haben die Kurse wieder steigen lassen. Erstmals seit gut einem Monat lag der Dax oberhalb der Marke von 5200 Punkten. Vorerst wird er nicht wesentlich weiter nach oben klettern, prognostizieren Analysten. Es bleibe bei der Seitwärtsbewegung. Ihre Gründe: Die Ferienzeit steht bevor, der Markt wird belastet durch Kapitalerhöhungen und anhaltende Neuemissionen und auf den Märkten herrscht weiterhin Unsicherheit darüber, ob die Zinsen in Amerika steigen werden oder nicht. "Erst mittelfristig stehen die Zeichen gut für steigende Aktienkurse", schreibt die Commerzbank in ihrem wöchentlichen Börsenbericht.

Immerhin stimmen das über den Erwartungen liegende Wirtschaftswachstum im ersten Quartal sowie die günstigen Auftragseingänge und Produktionszahlen der Industrie im April die Frankfurter Banker zuversichtlich, daß die Konjunktur ihre Talsohle durchschritten hat. Zudem sollte der schwache Euro den deutschen Export ankurbeln. Auch die bessere wirtschaftliche Situation in Fernost wird der deutschen Wirtschaft nützen. So ist Commerzbank-Analyst Peter Pietsch auf längere Sicht hin optimistisch: Alles in allem sei zum Jahresende ein Dax um die 5600 Punkte realistisch. Zur Zeit empfiehlt er Anlegern, wegen des begrenzten Kurspotentials besonders sorgsam bei Aktienkäufen zu sein. Überdurchschnittliche Chancen sieht Pietsch bei einigen Pharmawerten, zumal der schwache Euro den Arzneimittelherstellern eine höhere Nachfrage beschere. Er rät, Bayer und Schering zu kaufen, ferner Papiere der SER Systeme.

Auch Wolfgang Sawatzki von der WestLB empfiehlt Bayer-Aktien. Daneben hält er Chemiewerte für günstig. So profitiere das BASF-Papier davon, daß sich die japanische Wirtschaft wieder erhole und die amerikanische Wirtschaft weiter wachse. Bei Degussa sieht er ebenfalls Spielraum nach oben. Wegen der günstigen Bedingungen für die Chemiehersteller würde er zudem die Aktie des niederländischen Chemieunternehmens DSM kaufen. Die Fusion der Kaufhauskette Karstadt mit dem Versandhaus Quelle ist für den Düsseldorfer Banker außerdem ein triftiger Grund dafür, Karstadt-Aktien zu kaufen. Die DG-Bank hat Karstadt-Papiere in dieser Woche von "Reduzieren" auf "Akkumulieren" gestuft. Begründung: Die DG-Analysten halten das verkündete Ertragsziel für realistisch - der Konzern will die Nettoumsatzrendite von bislang 1,3 Prozent (Karstadt) und 1,4 Prozent (Quelle) bis zum Jahr 2002 auf 3,6 Prozent für das fusionierte Unternehmen hochschrauben.

In dieser Woche halten Herlitz (Dienstag), Berliner Freiverkehr (Dienstag), Pneumant Reifen (Donnerstag) und Deutsche Lufthansa (Donnerstag) ihre Hauptversammlungen ab. Außerdem veröffentlicht das Münchener Ifo-Institut das Ifo-Geschäftsklima für die Gewerbliche Wirtschaft (Donnerstag).

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