Wirtschaft : Dax-Konzerne halten Aktionäre bei Laune Firmen zahlen auch in der Krise üppige Dividenden

Düsseldorf - Deutschlands Aktionäre können sich auf großzügige Dividenden freuen: Die börsennotierten Unternehmen schütten in diesem Jahr nach Berechnungen des „Handelsblatts“ knapp 23 Milliarden Euro aus. 85 Prozent davon entfallen auf die 30 Dax-Konzerne. Angesichts dramatisch gesunkener Nettogewinne, an denen sich die Dividenden orientieren, steigt die Ausschüttungsquote auf 61 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit 2002. Während die Gewinne der Firmen gegenüber dem Rekordjahr 2007 um 54 Prozent eingebrochen sind, sinken die Dividenden im selben Zeitraum nur halb so viel.

Trotz zweijähriger Finanz- und Wirtschaftskrise schütten 26 der 30 Dax-Konzerne Dividenden aus. Sechs Unternehmen reichen sogar mehr weiter, als sie unter dem Strich verdienen. „Mit der Dividendenhöhe wollen wir zeigen, dass wir Zuversicht in die Zukunft haben“, sagte Post-Finanzvorstand Lawrence Rosen bei der Vorlage der Jahresbilanz.

Die Unternehmen halten vielfach an ihren üppigen Dividenden fest, weil sie sich davon eine langfristige Bindung ihrer Anleger erhoffen. Vor allem die milliardenschweren Pensions- und Investmentfonds in Großbritannien und den USA legen Wert auf stabile Ausschüttungen.

Auffällig ist, dass sich Konzerne mit einflussreichen Großaktionären überdurchschnittlich spendierfreudig zeigen. Bei Thyssen-Krupp drängte wie schon im vergangenen Krisenjahr die Firmenstiftung auf regelmäßige Einnahmen durch die Dividende. Deutschlands größter Stahlhersteller schüttete trotz eines Verlusts von 1,9 Milliarden Euro 154 Millionen Euro aus. Bei Telekom und Post streicht der Bund als Großaktionär 1,3 Milliarden Euro ein. Die Telekom schüttet mit 3,4 Milliarden Euro fast zehnmal so viel aus, wie sie verdiente. Das hat es in der deutschen Firmengeschichte noch nie gegeben.

Nur wenige entziehen sich dem Trend. Daimler zahlt angesichts eines Jahresverlusts von 2,6 Milliarden Euro erstmals seit 14 Jahren keine Dividende. Die Deutsche Bank erhöht ihre Dividende zwar von 50 auf 75 Cent je Aktie, schüttet damit aber weniger als zehn Prozent ihres Gewinns von fünf Milliarden Euro aus. Das ist mit Abstand die geringste Quote im Dax. us (HB)

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