Wirtschaft : Dax-Konzerne missachten Moral-Kodex

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Düsseldorf - Drei große Dax-Konzerne weigern sich, Empfehlungen der Corporate-Governance-Kommission vollständig umzusetzen. Continental, SAP und VW bestehen auf Blockabstimmung bei Wahlen zum Aufsichtsrat. Der Kodex zur guten Unternehmensführung empfiehlt Einzelabstimmung über jeden Kandidaten, um dessen Qualifikation zu werten. Conti und SAP lehnen auch ab, den umstrittenen automatischen Wechsel ehemaliger Vorstände in den Aufsichtsrat aufzugeben. Laut Kodex sollte das eine Ausnahme sein, die begründet werden muss.

Theodor Baums, Corporate-Governance-Experte, hat für den Widerstand der Konzerne kein Verständnis. „Das finde ich ausgesprochen unsportlich“, sagte er dem Handelsblatt. Die Corporate-Governance-Kommission unter Leitung des Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschefs Gerhard Cromme hatte den von ihr entwickelten, freiwilligen Verhaltenskodex erweitert. Schwerpunkt war die Verbesserung der Aufsichtsratsarbeit „im Interesse der Anleger, der Unternehmen und des Standortes Deutschland“. Auffällig ist, dass VW zwar fast alle Regeln der Kommission akzeptiert – einschließlich der Transparenz von Managervergütungen. Doch ausgerechnet die Einzelwahl bei neuen Aufsichtsräten lehnt Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ab. Beobachter vermuten, dass Piëch damit unliebsamen Überraschungen auf der nächsten Hauptversammlung vorbeugen will. fo (HB)

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