Wirtschaft : Dax kratzt am Jahreshoch

Marke von 4175 Punkten knapp verfehlt/Sinkender Ölpreis hebt die Kurse

Carsten Brönstrup

Berlin - Der Deutsche Aktienindex hat am Montag sein bisheriges Jahreshoch von 4175,78 Punkten nur knapp verfehlt. Nach einem starken Start am Morgen markierte der Dax zeitweise bei rund 4170 Zählern. Am Nachmittag aber ließen ihn Gewinnmitnahmen ins Minus drehen und so schloss er bei 4134,34 Punkten. Händler äußerten sich dennoch zuversichtlich, dass der deutsche Aktienmarkt am Beginn einer Jahresendrallye stehe. Denn der sinkende Rohölpreis sorge für Entspannung auf dem Markt, zudem gebe der Euro-Kurs weiter nach.

Am Montag aber hätten nach dem starken Start Anschlusskäufe gefehlt, hieß es an der Börse. Den insgesamt positiven Einstieg in die Handelswoche hatten die guten Quartalsergebnisse von Dax-Unternehmen in den vergangenen Tagen sowie gute Vorgaben der amerikanischen Börsen vom Freitag ermöglicht. Zudem gab der Ölpreis weiter nach: Terminkontrakte für ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl kosteten noch 46,74 Dollar. Ende Oktober hatte der Preis noch bei mehr als 55 Dollar gelegen.

„Jetzt sind 4500 Punkte bis zum Jahresende möglich“, kommentierte Gertrud Traud, Leiterin der Aktienmarktstrategie bei der Bankgesellschaft Berlin, diese Entwicklung. Dafür spreche der Kursverlauf der letzten Tage. In den vergangenen Jahren hätten sich zudem der Ölpreis und der Dax stets gegenläufig entwickelt, und das werde jetzt passieren. Einem steilen Kursanstieg stehe nun nichts mehr im Wege. Von den geringeren Rohstoffpreisen würden in erster Linie zyklische Werte profitieren – „also die Branchen Luftfahrt und Tourismus“, sagte Traud.

Der Euro wirkte am Montag nicht belastend auf die Märkte – der Kurs gab um 0,27 Prozent auf 1,295 Dollar nach. Am vergangenen Mittwoch hatte der Euro erstmals die Marke von 1,30 Dollar überschritten. Bislang sei noch keine Belastung zu spüren, die die Geschäftsaussichten der Dax-Unternehmen schmälere, sagte Bankgesellschafts-Expertin Traud.

Allerdings rückte die US-Regierung nun auch offiziell von ihrem Bekenntnis zu einem starken Dollar ab. Eine Stützung des Dollarkurses durch die Regierung werde es nicht geben, sagte US-Finanzminister John Snow am Montag in Dublin. Der starke Dollar sei zwar weiter im Interesse Washingtons, aber „der Wert von Währungen wird am besten durch freie und wettbewerbsorientierte Märkte festgelegt“, sagte Snow. Ein schwacher Dollar hilft den USA, die Fehlbeträge im Staatsetat und in der Leistungsbilanz zu finanzieren.

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