Wirtschaft : Dax nimmt Kurs auf 6000 Punkte

Henrik Mortsiefer,Andreas Oswald

Der Auftakt des Börsenjahres macht Anlegern Hoffnung: Bis Dienstag kletterte der Dax binnen vier Wochen auf 5674 Punkte – ein Plus von knapp fünf Prozent. Vor allem die Kurs- und Umsatzentwicklung der vergangenen Handelstage deutet an, dass deutsche Aktien weiterhin bei ausländischen Investoren beliebt sind. Seit dem 24. Januar ist der Dax fast 6,4 Prozent oder mehr als 300 Punkte gestiegen. Vor allem im Nachmittagshandel legten die Kurse kräftig zu, was für den Einstieg amerikanischer Investoren spricht. Erst an den Folgetagen belebte sich auch die Binnennachfrage.

Der stürmische Dax-Anstieg der vergangenen Tage und die zeitweise aufkommende Nervosität haben aber auch die Skeptiker lauter werden lassen. Sie verweisen vor allem auf die mangelnden Impulse vom amerikanischen Aktienmarkt. Dort haben die jüngsten Zwischenbilanzen großer Konzerne keine Begeisterung ausgelöst. Zudem muss damit gerechnet werden, dass die Ertragsdynamik der US-Unternehmen weiter nachlassen wird. Außerdem sind amerikanische Aktien vergleichsweise teuer. Der Dow-Jones-Index ist seit der Jahreswende nur um 1,7 Prozent gestiegen. Die DZ Bank erwartet, dass dies auch am deutschen Aktienmarkt Wirkung zeigt. Die Experten sagen aber immerhin noch einen Anstieg des Dax bis auf 6000 Punkte in den kommenden sechs Monaten voraus. In der zweiten Jahreshälfte werde der Aktienindex dann allerdings langsamer steigen – bis auf 6100 Zähler. Dies ist von heute aus gerechnet noch ein Kursgewinn von gut acht Prozent.

Aus der Sicht von Charttechnikern befinden sich die Börsen derzeit in einer ausgesprochen spannenden Situation. Sollte der Dax nach dem eher schwachen Dienstag wieder nach oben abdrehen und neue Bewegungshochs markieren, ist der Weg Richtung 6000 Punkte frei. Sollte der Dow Jones es wiederum schaffen, die Marke von 11100 Punkten zu überwinden – er ist nur etwa zwei Prozent davon entfernt –, dann ergäbe sich ein völlig neues positives Bild für die Weltbörsen.

Der Rückblick auf den Januar am deutschen Aktienmarkt zeigt ein gemischtes Kursbild. 23 von 30 Dax-Werten notierten im Plus, 16 konnten den Dax schlagen, sieben glänzten mit zweistelligen prozentualen Kursgewinnen. Eindeutige Branchensieger gab es nicht. Autoaktien notierten ebenso uneinheitlich wie der Banken- oder Industriesektor. Platz eins belegte der Index-Neuling Hypo Real Estate mit einem Gewinn von gut 21 Prozent, gefolgt von Thyssen-Krupp (knapp 20 Prozent) und der Deutschen Börse mit einem Plus von 19,3 Prozent. Der Stahlkonzern Thyssen-Krupp profitierte dabei von der Übernahmeschlacht in der Branche.

Nach der schwachen Entwicklung im Jahr 2005 enttäuschte die Aktie der Telekom auch im Januar. Mit einem Verlust von 6,5 Prozent lag sie am Dax-Ende.

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