Wirtschaft : Dax rutscht unter die Marke von 7000 Punkten

Die deutschen Aktiennotierungen sind zum Wochenschluss unter starken Druck geraten. Bereits die schwachen Vorgaben aus New York setzten die Kurse unter Druck. Nachdem der Euro wieder an Wert verlor, fürchteten Marktteilnehmer, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte schon bald die Zinsen erhöhen, was negative Auswirkungen auf den Aktienmärkt hätte. Hinzu kam das wachsende Misstrauen der Anleger gegenüber den Technologiewerten. Hierunter litten vor allem die Titel von Deutscher Telekom, Epcos und SAP.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) unterschritt gegen Mittag die Linie von 7000 Punkten und wurde schließlich zum Schluss der Sitzung mit 6989,03 (Vortag 7181,58) Zählern notiert. Vom Tageshoch zur Eröffnung bei 7182,46 Punkten sank der Index bis auf sein zwischenzeitliches Minus von 6958,92 Zählern. Bei den Nebenwerten gab der M-Dax um 1,3 Prozent auf 4498,38 Zähler nach.

Der Kurs des Euro erreichte ein neues Rekordtief. Die EZB stellte am Mittag den Referenzkurs mit 0,8875 US-Dollar fest. Dies waren 0,0067 US-Dollar weniger als am Vortag. Ein US-Dollar kostete damit 2,203 Mark nach 2,187 Mark am Donnerstag.

Der New Yorker Aktienmarkt eröffnete am Freitag schwächer. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte fiel in der ersten Stunde des Handels um 107,26 Punkte auf 10 670,02. Der umfassende Nasdaq-Index für Technologiewerte fiel um 77,95 Punkte auf 3460,76.

Nach Ansicht von Börsenbeobachtern werden die Angst vor steigenden Zinsen und zunehmende Risiken bei Technologie-Aktien die kommende Börsenwoche bestimmen. Es droht zwar kein "Crash" bei den Standardwerten, jedoch müssen Anleger mit starken Kursschwankungen in den kommenden Wochen rechnen, lautet der Tenor der am Freitag veröffentlichten Wochenprognosen mehrerer Banken. So sind weitere Zinserhöhungen in den USA für die Analysten der Hamburger Berenberg Bank eine ausgemachte Sache. Sie rechnen mit einer Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank noch vor Beginn des Präsidentschafts-Wahlkampfes um 0,50 bis 0,75 Prozentpunkte. Die Aktienmärkte hätten sich "noch nicht hinreichend" hierauf eingestellt, so dass sich in den kommenden Wochen die starke Volatilität fortsetzen sollte. Insbesondere Aktien aus dem Technologiebereich seien dabei "für schlechte Nachrichten" anfällig.

Die GZB-Bank verweist ebenfalls auf Zinsrisiken und erwartet "nochmalige Kursrückschläge" für die High-Tech-Papiere. Auch die Analysten der Commerzbank raten Anlegern vor allem zu Standardwerten, wie zum Beispiel Aktien der RWE oder des M-DAX-Titels SGL Carbon.

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