Wirtschaft : Dax vor der 6000-Punkte-Hürde

Henrik Mortsiefer

Am deutschen Aktienmarkt bleibt es spannend. In der vergangenen Woche nahm der Dax mehrfach Anlauf, um die Hürde von 6000 Punkten zu überspringen. Doch der Schwung reichte am Ende nicht. Auch am Freitag blieb der Aktienindex knapp unter der psychologisch wichtigen Marke. Immerhin: Im März hat der Dax noch einmal 2,7 Prozent gewonnen. Nachdem er gleich in der ersten Woche bis auf 5673 Zähler abgesackt war, stiegen Anleger mit frischem Geld neu ein. Die Kurse der Standardaktien stiegen wieder.

Beeindruckt haben dürften die Investoren auch die glänzenden Geschäftszahlen der 30 im Dax notierten Großkonzerne. Sie erzielten im Geschäftsjahr 2005 zusammen einen Gewinn von 50,2 Milliarden Euro, wie die DZ Bank ausgerechnet hat. Das waren 13 Prozent oder 11,8 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Absoluter Spitzenreiter ist in diesem Jahr der Energieversorger Eon mit einem Überschuss von 7,1 Milliarden Euro. Der Gewinnsprung zahlte sich auch für die Aktionäre der Dax-Konzerne aus. An sie wird eine Dividendensumme von insgesamt 18,2 Milliarden Euro ausgeschüttet – 3,2 Milliarden Euro mehr als für das Geschäftsjahr 2004. Auch hier kann sich Eon am großzügigsten zeigen: Jeder Aktionär erhält – inklusive eines Sonderbonus – dieses Jahr sieben Euro je Aktie. Gemessen am Freitagskurs bietet Eon seinen Anteilseignern damit eine Dividendenrendite von 7,7 Prozent.

Im März blieb Eon allerdings hinter der allgemeinen Dax-Entwicklung zurück. Die Aktie des Versorgers sank gegen den Trend um 2,5 Prozent. Hier dürften viele Anleger zuletzt Gewinne realisiert haben, denn das Eon-Papier ist binnen eines Jahres um 36 Prozent gestiegen.

22 von 30 Dax-Aktien konnten im vergangenen Monat zulegen. Einsam an der Spitze: Schering. Nach der angekündigten Übernahme durch Bayer und dem Ausstieg von Merck aus dem Übernahmekampf hat der Berliner Pharmakonzern an der Börse viel Sympathie gewonnen. Bemerkenswert ist, dass der Kurs nach dem gewaltigen Sprung von mehr als 40 Prozent nicht wieder nachgab.

Auffallend schwach notierten im März die Titel von Metro und der Deutschen Post. Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht und nur einen verhaltenen Ausblick auf das Jahr 2006 gegeben. Die Post muss sich nach einem Gewinnsprung 2005 in diesem Jahr mit einem stagnierenden Ergebnis zufrieden geben. Nach dem Kauf der britischen Exel und der Bausparkasse BHW ist die Post nun mit der Integration beschäftigt.

Für den Dax insgesamt sind viele Experten weiter optimistisch gestimmt. Die DZ Bank erhöhte am Freitag ihre Prognose: Nach Erreichen der 6000er- Marke werde der Dax auf Sicht von sechs Monaten bis auf 6200 und binnen zwölf Monaten auf 6400 Punkte ansteigen.

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