Wirtschaft : DB Lux erwartet keine neue Kapitalflucht

LUXEMBURG (ro).Luxemburg bleibt für die Banken ein hochinteressanter Platz.Als Vorteile gelten die Flexibilität der Behörden bei der Genehmigung neuer Finanzprodukte, die Steuerpolitik und das für Banken wichtige Instrument der Sammelwertberichtung für den Kreditbestand.Unabhängig von der Qualität der Kredite können die Banken Rücklagen bilden, die ihre Steuerlast drücken.Gleichwohl betrachtet Ernst Wilhelm Contzen, Chef der Deutschen Bank Luxemburg (DB Lux), das Großherzogtum nicht als Steueroase."Unsere Kunden kommen nicht aus steuerlichen Gründen hierher.Sie kommen wegen der erstklassigen Beratung." Die Senkung des Sparerfreibetrages und die Verlängerung der Spekulationsfrist bei Aktiengeschäften, die unlängst in Deutschland festgeschrieben wurde, wird nach Ansicht des Bankers für die Banken in Luxemburg nur begrenzte Auswirkungen haben.Mit einer neuen "Kapitalflucht" rechnet er nicht.Der allergrößte Vorteil des Finanzplatzes Luxemburg ist aus Sicht von Contzen das absolute Bankgeheimnis.Eine Harmonisierung der Kapitalertragssteuer in Europa erwartet der Banker kaum vor Ende des Jahres 2000.

Auch für Investmentgesellschaften bleibt Luxemburg ein interessanter Platz.Laut Udo Behrenwaldt, Geschäftsführer der Deutsche Bank-Fondsgesellschaft DWS, sind in den rund 5000 Fonds, die bislang nach luxemburgischen Recht aufgelegt wurden, rund eine Billion DM angelegt.1998 gab es einen Zuwachs von 160 Mrd.DM.Davon entfallen auf den DWS-Ableger DBIM rund 34 Mrd.DM.Die DB Lux insgesamt erwirtschaftete 1998 einen Jahresüberschuß von 114 Mill.DM, ein Plus von gut 15 Prozent.1999 deutet sich nach den Worten von Contzen wieder ein erfreuliches Ergebnis an.

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