Wirtschaft : DB möchte mit ökologischen Reisefreuden ihr Image aufpolieren

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Mit dem Argument, das "umweltfreundlichste Verkehrsmittel" zu sein, will die Bahn wieder offensiv um Kunden werben - und ihr Image aufpolieren. Zusammen mit dem jährlichen Umweltbericht des Unternehmens stellte Bahnvorstand Roland Heinisch deshalb am Donnerstag eine gemeinsam mit der Umweltstiftung WWF-Deutschland produzierte CD-Rom "Reisen und Umwelt in Deutschland 1999" vor. Mit ihr kann jeder Reiselustige für sich oder für den Gütertransport das ökologisch günstigste Verkehrsmittel - zur Auswahl stehen Bahn, Flugzeug, Auto und Schiff - für eine jeweils gewünschte Städteverbindung heraussuchen oder Vergleiche anstellen. Das soll die "Freude am Reisen mit gutem Umweltgewissen erhöhen", sagte Heinisch.

Die CD-Rom ist kostenlos über das Bahn-Umweltzentrum (Schicklerstraße 5, 10179 Berlin) erhältlich und auch über Internet abrufbar. Über 1600 Reisebeispiele sind in der Studie durchgerechnet worden. Berücksichtigt wurde dabei immer die komplette Strecke, also auch An- und Abfahrtswege. "Die erforderlichen Basisdaten konnten wir durch unsere jahrelange Grundlagenarbeit auf dem Gebiet der Verkehrs- und Umweltforschung sammeln", sagte Ulrich Höpfner vom Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung, der das Projekt wissenschaftlich betreute. Zeitlich schneidet die Bahn, vor allem auf kürzeren Strecken, im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern nicht immer günstig ab. Ökologisch aber ist "ein voll besetzter Zug unschlagbar".

Das will die Bahn noch weiter vorantreiben. Um das angestrebte Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu 1990 um 25 Prozent zu senken, zu erreichen, müssen die Züge besser ausgelastet werden. "Mehr Reisende im Zug sind gut für das Geschäft und für die Umwelt", sagte Heinisch. Das würde auch die Bilanz des Energieverbrauchs verbessern. Seit 1990 hat die Bahn ihren Energieverbrauch zwar um 55,9 Prozent gesenkt, 1998 aber gab es nur geringe Fortschritte. Der Grund: der zunehmende Komfort der Züge, etwa durch Klimatisierung, und die Ausweitung des Angebots durch Taktverkehr.

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