Wirtschaft : dba braucht noch kein Geld von außen Fluglinie will Finanzspritze erst für neue Flugzeuge

Nicole Huss

München - Nach der Trennung von Germania Express (Gexx) will die drittgrößte deutsche Fluglinie dba aus eigener Kraft wachsen. Spekulationen über den Einstieg eines Finanzinvestors seien falsch, stellte Aufsichtsratschef Hans Rudolf Wöhrl am Freitag klar. „Bei jeder Investorenanfrage geben wir die gleiche Antwort: Aktuell kein Bedarf“, sagte er. Einen Zeitungsbericht, wonach Wöhrl sich um einen Einstieg des britischen Finanzinvestors Klesh bemüht haben soll, dementierte der Unternehmer. Das sei für ihn „überhaupt kein Thema.“

Die dba sei schuldenfrei und benötige keinen Investor für den aktuellen Flugbetrieb. Bedarf für eine finanzielle Partnerschaft gebe es ausschließlich, wenn die dba neue Flugzeuge kaufe und diese in ihr Eigentum nehme. „Das ist die von mir favorisierte Version“, gab Wöhrl zu. Bisher finanziert die dba ihre Flotte mit 29 Maschinen ausschließlich auf Leasing-Basis.

Die Fluglinie will ihre Flotte jedoch erst in den Jahren 2008 bis 2010 erneuern. Die laufenden Gespräche mit den Herstellern Airbus und Boeing über ein Volumen von 30 bis 35 Maschinen werden nach Angaben eines dba-Sprechers frühestens im nächsten Jahr abgeschlossen.

Anfang Juli hatte sich die dba von Gexx getrennt. Bischoff hatte erst drei Monate zuvor 64 Prozent der dba-Anteile übernommen. Trotz der Entflechtung arbeiten die beiden Fluglinien weiter zusammen. Die dba hat Flugzeuge und Personal von Gexx gemietet und das gesamte Streckennetz übernommen.

Zu der plötzlichen Trennung von Gexx-Eigner Hinrich Bischoff sagte Wöhrl, es habe „unterschiedliche Vorstellungen über die Qualität“ gegeben. Bischoff hatte gefordert, dba-Flüge kurzfristig zu streichen, wenn sie nicht ausreichend ausgelastet waren. Auf solche Praktiken kann sich die dba, die vor allem Geschäftsreisende zuverlässig bedienen will, nach Ansicht von Wöhrl nicht einlassen. Zudem sei es zu Streit von Bischoff mit Betriebsrat und Gewerkschaften gekommen. Bischoff gilt in der Branche als knallharter Geschäftsmann, der niedrige Gehälter zahlt und nichts von betrieblicher Mitbestimmung hält.

Die Zahl der Passagiere von dba legte zwischen April und Juni dank der Gexx-Kooperation um 70 Prozent auf 1,1 Millionen zu. Die Auslastung der Flugzeuge liege über den Erwartungen, sagte Wöhrl. Im laufenden Geschäftsjahr 2005/06 (31. März) will die dba mindestens 4,3 Millionen Passagiere befördern. Im vergangenen Jahr hatte sie erstmals in ihrer 13-jährigen Firmengeschichte einen kleinen Gewinn von 1,7 Millionen Euro eingeflogen.

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