Wirtschaft : Deag verdient trotz Stella-Abschreibungen

mot/dpa

Die Deutsche Entertainment AG (Deag) macht trotz nach wie vor hoher Abschreibungen auf ihre Musical-Tochter Stella gute Geschäfte. Der Berliner Konzert- und Tourneeveranstalter erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 9,4 Millionen Euro, das waren 62 Prozent mehr als im Vorjahr. Der vorläufige Konzernjahresüberschuss stieg um 223 Prozent auf 8,4 Millionen Euro. Die Erlöse legten 2001 um zwölf Prozent auf 289 Millionen Euro zu. Dabei wurden 30 Millionen Euro Erlöse aus dem Tourneegeschäft der Mama Concerts und sieben Millionen Euro Umsatz der Stella Musical Reisen nicht einbezogen. Die endgültigen Zahlen für 2001 will das Unternehmen am 26. März 2002 veröffentlichen.

Der Musical-Veranstalter Stella Entertainment AG, dessen profitable Teile die Deag übernommen hatte, konnte mit neuen Produktionen und der Rotation von Stücken zwischen verschiedenen Spielstätten zwar auf Wachstumskurs gebracht werden. Der Umsatz sei 2001 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um 23 Prozent auf 158 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Dennoch verblieb ein Fehlbetrag, weil für die Beendigung von Disneys "Der Glöckner von Notre Dame" in Berlin eine Risikovorsorge vorgenommen wurde und ein einmaliger Verlust von rund zehn Millionen Euro aus dem Hamburger "Premierentheater Operettenhaus" anfiel. Das Minus vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 1,2 Millionen Euro. Im Vorjahr waren noch 3,3 Millionen Euro Gewinn verbucht worden. Der Konzernüberschuss ging von 1,4 Millionen Euro (2000) auf 150 000 Euro in 2001 zurück.

Mit Investitionen von 20,8 Millionen Euro konnten 2001 laut Stella "entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft" abgeschlossen werden. So kamen mit "Mozart!" und "Oh! What a night" zwei Neuproduktionen nach Hamburg. Der Klassiker "Cats" wird im Juni in Stuttgart vom zuvor in Hamburg gezeigten "Phantom der Oper" abgelöst und wechselt nach Düsseldorf. Die Unternehmensvorstände von Deag und Stella zeigten sich zuversichtlich, die Ergebnisse im laufenden Geschäftsjahr 2002 deutlich steigern zu können.

An der Börse wurde am Dienstag wenig Notiz von den jüngsten Zahlen des Unternehmens genommen: Gegen einen insgesamt positiven Trend fiel die am Neuen Markt notierte Aktie bis zum späten Nachmittag um gut drei Prozent auf 8,25 Euro. Analysten hatten sich zuletzt positiv über die Deag-Aktie geäußert. Das Management habe seine Aktionäre - anders als andere Medienunternehmen - bislang nicht mit Gewinnwarnungen enttäuscht. Angesichts der Wachstumsperspektive sei die Aktie auf dem aktuellen Niveau günstig bewertet.

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