DEBATTE BEI TAGESSPIEGEL.DE : "Entrechtet und total frustriert"

„Hartz-IV-Empfänger zu sein ist entwürdigend, hört man immer wieder. Aber so entwürdigend, wie morgens aufzustehen und arbeiten zu gehen, dann aber offenbar auch wieder nicht“, kommentiert Peter D. auf Tagesspiegel.de. Er ist einer von vielen Lesern, die sich an der Diskussion um Hartz-IV-Empfänger beteiligen. Am Sonnabend berichteten wir über eine Berliner Reinigungsfirma, die 100 Stellen über das Jobcenter besetzen wollte – und nur eine neue Mitarbeiterin fand. Die grundlegende Frage der Leser ist: Was ist zumutbar und was Ausbeutung?

Die Meinungen bleiben geteilt. Viele sind sich sicher, dass es an der Bezahlung und den Arbeitsumständen liegt, dass niemand den Job will. „40-Stunden-Woche heißt, sich 40 Stunden in Bereitschaft zu halten und auch keine Nebentätigkeiten in dieser Zeit auszuüben. Gearbeitet wird auf Abruf,“ erklärt der Diskussionsteilnehmer „holzmichel“. Auch „lionfood“ bestätigt dies und berichtet vom Alltag einer Bekannten. „Es hängt davon ab, wie viele Zimmer es zu reinigen gibt. Der Verdienst oszillierte irgendwo zwischen 500 und 900 Euro im Monat.“ „Eisfee“ fordert mehr Verständnis für die Situation von Arbeitslosen. „Immer nur das Hin-und-Her-Geschiebe von Arbeitslosen. Sie sind ganz schön entrechtet und oft total frustriert.“ „Berlin 14057“ sieht dies anders. Es liege nicht an der Art des Jobs. Als „Berlin 14057“ selbst Stellen besetzen wollte, erlebte er eine ähnliche Pleite. „Die meisten Bewerber vom Arbeitsamt kamen nur, um sich den Stempel abzuholen, dass sie bei mir waren und sich vorgestellt haben. Reine Zeitverschwendung. Ich habe dem Amt die Vorfälle gemeldet, aber die waren nicht sonderlich interessiert.“ „rhhaml.“ argumentiert ähnlich. „Überwiegend heißt es: Geht nicht-kann nicht-Zumutung-zu schwer- nicht mit der Würde vereinbar. Es gibt zu wenig Kontrollen und Sanktionen bei den Transfergeldempfängern.“ sma

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