• Debeka prüft Klage gegen Zahnersatzregelung Privater Versicherer befürchtet Nachteile durch Gesundheitsreform

Wirtschaft : Debeka prüft Klage gegen Zahnersatzregelung Privater Versicherer befürchtet Nachteile durch Gesundheitsreform

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(pet). Die DebekaVersicherung schließt nicht aus, dass sie gegen die Herausnahme des Zahnersatzes aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen klagen wird. „Darüber denken wir nach“, sagte der Debeka-Vorstandsvorsitzende Uwe Laue dieser Zeitung. Die Zahnersatz-Regelung ist am Freitag als Teil der Gesundheitsreform vom Bundestag verabschiedet worden.

Der Zahnersatz wird ab 2005 aus dem Leistungskatalog der GKV gestrichen. Versicherte müssen dann entscheiden, ob sie dafür eine Zusatzpolice bei der GKV oder bei einer Privatkasse abschließen. Bei den gesetzlichen Kassen sollen sie dafür einen einheitlichen Monatsbeitrag von voraussichtlich sechs Euro zahlen.

„Wir wissen schon jetzt, dass der Betrag zu niedrig ist“, sagte Laue. Folge wäre nach Meinung des Kassenchefs wahrscheinlich eine Quersubventionierung des Zahnersatzes innerhalb der GKV. „Das ist gegenüber den privaten Versicherern kein fairer Wettbewerb“, sagte der Kassenchef.

Laue lehnt Kooperationen zwischen gesetzlichen und privaten Kassen bei den Zusatzversicherungen ab, die das Reformgesetz vorsieht. Er befürchtet, dass sich einige große Kassen dann einen privaten Partner suchen und Exklusivangebote an ihre Versicherten machen. „Die große Kasse kann bei ihren Versicherten sehr gezielt für das Produkt werben“, sagte Laue. „Dagegen haben die Wettbewerber keine Chance.“ Der Verband der privaten Krankenversicherung hält die Regelung für nicht rechtskonform. „Das ist ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb“, sagte Verbandssprecher Christian Weber dieser Zeitung.

Bei den Medikamenten-Rabatten fordert Debeka-Chef Laue Gleichbehandlung mit der GKV. „Wenn man Wettbewerb haben will, dann muss auch die PKV die Möglichkeit haben, Rabattvereinbarungen mit der Pharmaindustrie zu treffen“, sagte er.

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