Wirtschaft : Debitel-Kauf durch Freenet verzögert sich Zwei Großaktionäre wehren sich dagegen

Düsseldorf - Die geplante Übernahme des Mobilfunkdienstleisters Debitel durch Freenet verzögert sich. Der Aufsichtsrat von Freenet beauftragte das Management des Büdelsdorfer Unternehmens am Wochenende, offene Fragen des Kaufs rasch zu klären. Anschließend werde das Kontrollgremium zügig entscheiden, teilte Freenet mit.

Welche Punkte noch strittig sind, ließ das Unternehmen offen. Freenet-Chef Eckhard Spoerr verhandelt seit einigen Wochen mit dem Finanzinvestor und Debitel-Eigentümer Permira über eine Übernahme. Als Kaufpreis sind 1,6 Milliarden Euro im Gespräch. Dafür soll Freenet die Schulden Debitels in Höhe von 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Im Gegenzug soll Permira durch eine Kapitalerhöhung knapp 25 Prozent der Freenet-Anteile und eine Barzahlung erhalten.

Sollten die Pläne Realität werden, entstünde ein Mobilfunkunternehmen mit rund 19 Millionen Kunden. Damit wäre Freenet-Debitel der drittgrößte Anbieter in Deutschland hinter Vodafone und T-Mobile. Allerdings betreiben Freenet und Debitel keine eigenen Netze, sondern verkaufen Kapazitäten der Netzeigentümer.

Die beiden Freenet-Großaktionäre United Internet und Drillisch versuchen allerdings, Spoerrs Pläne zu vereiteln. Sie wollen ihrerseits Freenet übernehmen und unter sich aufteilen. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth forderte Spoerr wiederholt auf, den Debitel-Kauf nicht voranzutreiben. Er verlangte von Spoerr, United Internet und Drillisch bis Anfang Juni Zeit zu geben, ein offizielles Angebot vorzulegen. Dommermuth will damit offenbar Zeit gewinnen: Momentan müssten beide Unternehmen wegen rechtlicher Vorschriften ein deutlich höheres Gebot abgeben als im Juni. Zudem drängte Dommermuth darauf, die Aktionäre entscheiden zu lassen, ob sie die Variante Freenet- Debitel oder United-Internet-Drillisch bevorzugen. Andernfalls drohte er mit rechtlichen Schritten. tho (HB)

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