Wirtschaft : Debitel: Zwei Millionen Neukunden erhöhen Umsatz

Das netzunabhängige Telekom-Unternehmen Debitel hat innerhalb eines Jahres in Deutschland 2,1 Millionen neue Kunden gewinnen können. Zum Ende des ersten Halbjahres 2000 zählte Debitel insgesamt 4,5 Millionen deutsche Teilnehmer und weitere 1,8 Millionen Kunden im europäischen Ausland, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mit. Der deutsche Marktanteil blieb allerdings konstant und lag bei 14 Prozent. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 1,17 Milliarden Euro (2,29 Milliarden Mark) zu. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ging um ein Drittel auf 24 Millionen Euro zurück. Das enorme Wachstum habe zu erhöhten Kosten für die Kunden-Akquisition geführt, hieß es zur Begründung.

"Der Kampf um den Mobilfunk-Kunden der Zukunft wirft seine Schatten voraus", sagte Debitel-Vorstandschef Peter Wagner. "Es wird sich zeigen, dass die Kundenzahl und der Marktzugang über Erfolg oder Misserfolg entscheiden." Debitel war zusammen mit dem Großaktionär Swisscom als einziger Bieter vorzeitig aus der Versteigerung der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen ausgestiegen. Als Service-Anbieter will Debitel künftig aber mit einem oder mehreren Lizenznehmern zusammenarbeiten. Nach früheren Angaben plant das Unternehmen außerdem Übernahmen oder Beteiligungen an Firmen, die sich auf neue Dienste rund um den Mobilfunk spezialisiert haben. Mit Mobilfunk im Inland erzielte Debitel 71 Prozent des Gesamtumsatzes. International blieb die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück. Im Festnetz nahmen Umsatz und Teilnehmerzahl leicht zu. Der Bereich Internet erzielte im ersten Halbjahr einen Verlust vor Steuern und Zinsen von einer Million Euro. Die Mitarbeiterzahl lag am 30. Juni europaweit bei 2740 Beschäftigten, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Neue Arbeitsplätze werden im Zuge der Errichtung eines vierten Call-Centers in Kaiserslautern zum Jahresende entstehen.

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