Deepwater Horizon : BP schreibt nach Ölkatastrophe erstmals Verlust

Zum ersten Mal hat der britische Energiekonzern BP ein Geschäftsjahr mit einem Minus abgeschlossen. Aktionäre können dennoch aufatmen: Das Unternehmen zahlt wieder Dividende.

20. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon" explodiert, elf Arbeiter sterben.Weitere Bilder anzeigen
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19.04.2011 13:0120. April 2010: Die 80 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana gelegene Förderplattform "Deepwater Horizon"...

Der britische Energiekonzern BP hat wegen Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erstmals in seiner Firmengeschichte in einem vollen Geschäftsjahr Verlust gemacht. Unter dem Strich stand für 2010 ein Minus von 4,9 Milliarden US-Dollar, teilte BP am Dienstag in London mit. 2009 hatte BP noch 13,96 Milliarden Dollar Gewinn gemacht.

„2010 wird zurecht als Jahr des tragischen Unfalls und des ausgelaufenen Öls in Erinnerung bleiben“, sagte Konzernchef Bob Dudley. BP sei deshalb ein Unternehmen im Wandel. Er kündigte für 2011 „ein Jahr der Erholung und der Konsolidierung“ an. Es werde aber auch wieder vierteljährliche Dividenden für die Aktionäre geben, sagte er.

BP kündigte an, die Kosten für das Öldesaster im Golf von Mexiko werden sich insgesamt auf 41 Milliarden US-Dollar belaufen. Im April vergangenen Jahres waren bei der Explosion der Plattform Deepwater Horizon elf Menschen ums Leben gekommen.

Die Aktionäre können dennoch erst einmal aufatmen: Die wegen der Ölkatastrophe ausgesetzte Dividendenzahlung nimmt BP wie erwartet wieder auf. BP-Aktien reagierten in London mit Abschlägen von knapp 1,6 Prozent.

Der sogenannte Nettogewinn vor Bestandswertveränderungen stieg im vierten Quartal auf 4,61 Milliarden Dollar von 3,44 Milliarden Dollar Ende 2009, wie BP mitteilte. Berücksichtigt wurde dabei den Angaben nach eine weitere Milliarde Dollar an Kosten für die Ölkatastrophe. Im dritten Quartal musste BP noch einen kräftigen Gewinnrückgang verbuchen.

BP kündigte zudem an, zwei Raffinerien in den USA verkaufen zu wollen. Dadurch halbiert sich die Kapazität vor Ort. Zudem soll mehr in die Gas- und Ölproduktion investiert werden. (dpa/rtr)

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