Wirtschaft : Degussa AG: Konzentration auf Spezialchemie

Die neue Degussa AG will sich schnell auf die Spezialchemie ausrichten und die Liste ihrer geplanten Verkäufe zügig abarbeiten. Ein Großteil der nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten soll noch in diesem Jahr abgegeben werden, sagte Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht am Freitag in Düsseldorf. Das gesamte Programm solle innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden. Der Erlös - zuvor bereits auf rund drei Milliarden Euro veranschlagt - soll in den Ausbau der Wachstumssparten investiert werden.

Die Tochtergesellschaft Zentaris will Degussa nach Angaben von Vorstandsmitglied Alfred Oberholz im Frühling oder Sommer an die Börse bringen. Zentaris werde von Degussa zwischen 500 und 800 Millionen Mark bewertet.

Die aus der Fusion von Degussa-Hüls und SKW Trostberg entstandene neue Degussa AG weist für 2000 kräftige Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis aus. In 2001 soll es weiter bergauf gehen, allerdings mit niedrigeren Wachstumsraten.

Beim größten Desinvestitionsprojekt, der Abgabe des in der dmc gebündelten Edelmetallgeschäfts, denke Degussa weiterhin sowohl an einen Verkauf als auch an einen Börsengang, sagte Felcht. Eine Entscheidung werde in den nächsten Monaten fallen. Für die Pharma-Tochter Asta Medica habe man nach der Aufteilung in vier Bereiche inzwischen für jeden mehrere Interessenten. Im Gegenzug werde die Integration des Spezialchemieherstellers Laporte zügig voran getrieben. Die EU-Kommission hatte die Übernahme am 12. März genehmigt. Mit Laporte rücke Degussa weltweit auf Platz zwei in der Feinchemie vor, sagte Felcht.

Der Umsatz von Degussa erreichte den im Jahr 2000 mit einer Steigerung von 23 Prozent auf 20,3 Milliarden Euro einen Rekord. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich um 48 Prozent auf 986 Millionen Euro. Die Zahlen sind Pro-forma-Zahlen. Für das Jahr 2000 soll der Hauptversammlung am 15. Mai eine Dividende von 1,10 Euro vorgeschlagen werden.

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