Wirtschaft : Degussa trotzt der schwachen Konjunktur

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Der Chemiekonzern Degussa hat die Konjunkturflaute im Jahr 2001 gut verkraftet. "Wir haben Degussa im Geschäftsjahr 2001 entscheidend voran gebracht und die Erwartungen deutlich übertroffen", sagte der Vorstandsvorsitzende, Utz-Hellmuth Felcht, zur Bilanzvorlage am Dienstag in Düsseldorf. Die Geschäftslage zu Jahresbeginn zeige zwar keine deutliche Verbesserung, jedoch spüre Degussa ein Anziehen der Absatzmengen. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet der Vorstandschef eine leichte Umsatzsteigerung, auch das Betriebsergebnis soll anwachsen.

Der Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2001 wurde gegenüber 2000 leicht auf 421 Millionen Euro gesteigert. Davon sollen die Aktionäre profitieren. Die Dividende wird mit 1,10 Euro je Aktie konstant gehalten, kündigte Felcht an. Einbußen musste Degussa jedoch beim operativen Geschäft hinnehmen. Das Betriebsergebnis reduzierte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 486 Millionen Euro. Begründet wurde das vor allem mit Einbußen im NichtKerngeschäftsfeld, von dem sich Degussa bereits zu einem großen Teil getrennt hat.

Mit dem Ausbau der Kernaktivitäten konnte das auf Spezialchemie konzentrierte Unternehmen jedoch deutlich besser abschneiden als der Branchendurchschnitt. Europas größter Chemiekonzern BASF oder die Chemiesparte von Bayer mussten im Jahr 2001 größere Abstriche beim Betriebsergebnis hinnehmen. Der Umsatz im DegussaKerngeschäft stieg um vier Prozent auf 10,8 Milliarden Euro, und das Betriebsergebnis reduzierte sich leicht um drei Prozent. Zu den erfolgreichsten Sparten zählte der Bereich "Gesundheit und Ernährung" mit einem Umsatzwachstum von zehn Prozent. "Beim Essen haben die Menschen anscheinend nicht gespart", kommentierte Felcht das Ergebnis. Degussa liefert der Nahrungsmittelindustrie zahlreiche Additive, darunter Verdickungs- und Geliermittel.

Das Unternehmen, das mehrheitlich zum Energiekonzern Eon gehört, befindet sich seit der Verschmelzung der Degussa-Hüls AG und der SKW Trostberg AG im Februar vergangenen Jahres in einem Umbauprozess. Seitdem wurden zahlreiche nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Aktivitäten verkauft. Dies führte zu Einnahmen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro. Felcht kündigte an, dass die restlichen Verkäufe mit einem Umsatzvolumen von 1,9 Milliarden Euro in diesem Jahr abgewickelt werden sollen. Zu den Verkaufskandidaten zählt unter anderem die Degussa Bank oder die SKW Metallurgie. Durch das Desinvestment und Kostenreduzierungen sollen die Nettofinanzschulden in diesem Jahr auf etwa zwei Milliarden Euro gesenkt werden. Bereits zum Jahresende 2001 hatte Degussa die Schulden von vier auf 3,1 Milliarden Euro abgebaut.

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